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Reise-Wissen Ägypten: Der Suez Kanal
Reise-Wissen Ägypten: Der Suez Kanal

Der Kanal wurde von der französischen Suezkanal-Gesellschaft unter Leitung von Ferdinand de Lesseps erbaut, der später auch mit dem Bau des Panamakanals beauftragt wurde. Die Pläne für den Suezkanal entwarf ihm bereits ab 1838 der österreichische Eisenbahnpionier Alois Negrelli. Für die Schifffahrt wurde der Kanal am 16. November 1869 freigegeben.

Die Baukosten des Kanals beliefen sich auf etwa 19.000.000 Pfund Sterling, von denen 12.800.000 durch Aktienzeichnungen aufgebracht wurden, während den Rest der Khedive, der osmanische Vizekönig von Ägypten deckte.
Später übernahmen die Engländer den Kanal. Unter dem ägyptischen Präsidenten Nasser wurde der Kanal am 26. Juli 1956 verstaatlicht, was die Suezkrise auslöste, denn am 29. Oktober 1956 griffen israelische, britische und französische Truppen Ägypten an. Durch das Eingreifen der UNO, der USA und der UdSSR wurde die Auseinandersetzung jedoch relativ rasch beendet und der Kriegsschauplatz bereits am 22. Dezember 1956 wieder geräumt. Versenkte Schiffe versperrten die Durchfahrt jedoch noch bis 1957. Im Sechstagekrieg rückte Israel am 9. Juni 1967 wieder bis zum Kanal und besetzte sein Ostufer vollständig. Von 1967 bis 1975 war der Kanal geschlossen. Heute gehört er zu den am meisten befahrenen Wasserstrassen der Welt.

Der Kanal ist 163 km lang und stellt als künstliche Wasserstrasse die Verbindung zwischen dem Roten Meer und dem Mittelmeer dar. Im Süden beginnt die Einfahrt der Schiffe in Port Said, dessen auffällige Moschee mit den weithin sichtbaren Minaretten wie ein Wahrzeichen wirkt. Hier reicht die Kanalrinne noch 4 km ins Rote Meer hinein und in Suez ist sie dann 9 m tief, um selbst grossen Schiffen die Durchfahrt zu ermöglichen.

Im weiteren Verlauf erreicht man die Bitterseen, ein mit Salzwasser gefülltes Seebecken auf dem Isthmus von Suez.

Der Ballahsee und der Menzalehsee, in dem der Kanal an beiden Seiten von Dämmen eingerahmt ist, sind die weiteren Stationen. Städte wie Ismailia unterbrechen den oft eintönigen Verlauf des Suezkanals mit ihrem bunten Treiben. Wer mit einem Schiff von Süden den Kanal durchfährt, hat rechter Hand stets die Wüste und links die immergrüne Niloase, unterschiedlich breit und unterschiedlich weit weg vom Kanal.

Seit der Errichtung des Suezkanals ist es nicht mehr notwendig, rund um das Kap der Guten Hoffnung im Süden Afrikas von Europa nach Asien zu fahren.


© 2005 Peter Jurgilewitsch

20.07.10