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Venezuela – Auf den Spuren von Alexander von Humboldt und Símon Bolívar |
Als der Naturforscher Alexander von Humboldt und der französische Botaniker Aimé Jacques Alexandre Bonpland im Jahre 1800 von einer großen Reise ins Innere der spanischen Kolonie Neuandalusien, des heutigen Venezuela, zurückkehrten, hatten sie die üppige Schönheit der tropischen Pflanzen mit ihren satten Farben, ihren bizarren Pflanzenformen und ihrer bunten Vogelwelt gesehen. Alexander von Humboldt durchforschte systematisch den Norden und Nordosten Südamerikas, sammelte Pflanzen- und Gesteinsproben, beobachtete, notierte und malte, bestieg eisige Gipfel, durchschritt dunkle Urwälder und befuhr wilde Flüsse und Ströme. Bis in die Gegenwart trifft das von Humboldt gezeichnete urwüchsige Bild von Venezuela zu.
Die vielen Naturschönheiten wie dichte Urwälder, Karibikstrände, die Bergketten der Anden sowie das Orinoko-Delta haben in den letzten Jahren den Tourismus so richtig angekurbelt und bringen die nötigen Devisen ins Land. Die beliebteste Reiseregion Venezuelas ist übrigens der Nationalpark Canaima. Er umfasst rund 30.000 qkm und gehört seit 1994 zum Weltnaturerbe der UNESCO.Hier befindet sich der weltberühmte Salto Angel (Angel Falls), der mit fast einem Kilometer Fallhöhe der höchste Wasserfall der Welt ist und wer unberührte Landschaften und grandiose Panoramen sehen möchte, ist hier sehr gut aufgehoben.
Weitere Naturhighlights sind der Nationalpark Mochima und die Halbinsel Paria. Der Nationalpark Mochima im Osten von Venezuela erstreckt sich über rund 1.000 qkm Land und Wasser. Auf den 32 Inseln und einem Teil der nördlichen Küste – der Costa Azul zwischen Puerto La Cruz und Cumaná - gedeihen Mangroven. Die Korallenriffe, die wunderschönen Strände und Fjorde zwischen majestätischen Buchten und Felsvorsprüngen warten darauf, entdeckt zu werden. Die gesamte Region ist von märchenhafter Schönheit, Flora und Fauna zeigt sich in großer Vielfalt, und Schnorchler und Taucher finden unter Wasser ein wahres Paradies. Auf der Halbinsel Paria, die Richtung Trinidad in das Karibische Meer hinausragt, befinden sich einige der besten Strände Venezuelas, und da Caracas weit weg ist, sind sie wenig bevölkert.
In Caracas der Hauptstadt von Venezuela, die am Fuße des Pico Avila (2.159 Meter) im Norden von Venezuela nur 20 Kilometer von der Karibikküste entfernt liegt, lässt sich wunderbar auf den Spuren des venezolanischen Freiheitshelden Símon Bolívar lustwandeln.
Die Stadt Coro aus dem Jahre 1527, nordwestlich von Caracas direkt an der Karibikküste in der Nähe der niederländischen Insel Curacao gelegen, besticht durch ihre zahlreichen, in Pastellfarben bemalten Bauten aus dem 18. Jahrhundert. In dieser Zeit trieben die Einwohner von Coro vor allem mit den nahen niederländischen Antillen Handel; noch heute kommt der holländische Einfluss in den barocken Gebäudefassaden Coros zum Ausdruck. Die Landenge nördlich der Stadt, inzwischen ein Naturreservat, besteht aus médanos, unberührten Sanddünen, die in der Dämmerung rot und golden aufleuchten.
Barcelona, die Hauptstadt des venezolanischen Bundesstaates Anzoátegui breitet sich etwa in der Mitte von Venezuelas Atlantikküste am Rande des Río Neverí aus. Hier war es, wo die spanischen Entdecker erstmals den Fuß auf südamerikanischen Boden setzten. Und die Erinnerungen an die Kolonialzeit sind in Barcelona, im Gegensatz zu vielen anderen Städten in der Region noch intakt – den vielen Erdbeben zum Trotz. Im historischen Viertel, das die Plaza Boyacá umgibt, befindet sich neben der Kathedrale San Cristobál, dem ältesten Gebäude der Stadt auch das Museum von Anzoátegui mit historischen Dokumenten, Kunsthandwerk der Indigenen und sakralen Skulpturen. Ein weiteres Haus aus der Kolonialzeit ist das Ateneo de Barcelona gegenüber dem Museum. Es wurde ebenfalls renoviert und beherbergt nun eine Sammlung moderner venezolanischer Kunst. Ein Zeugnis des Unabhängigkeitskampfes, der zur Gründung des venezolanischen Staates führte, befindet sich in der Avenida 5 de Julio bei der Plaza Bolívar: Die Überreste der Casa Fuerte, ursprünglich ein Franziskanerkloster aus dem 18. Jahrhundert. Die Gebäude wurden von den Soldaten Simón Bolívars als Festung genutzt und 1817, als die Stadt von den Anhängern der spanischen Loyalisten eingenommen wurde, zerstört. 1.500 Menschen kamen in dieser Schlacht ums Leben.
In der Bucht von Pozuelos, einer der größten natürlichen Buchten der Welt, liegt das ehemalige Fischerdorf Puerto La Cruz, heute eine Stadt mit über 200.000 Einwohnern. Treffpunkt ist der Paseo Colón, der Boulevard, der sich dem Meer entlang zieht. Hier flaniert man abends auf und ab, während die Händler Hängematten, Schmuck und Lederwaren im Freien anbieten. An der Avenida 5 de Julio, die parallel zum Paseo Colón verläuft, befinden sich alle touristischen Einrichtungen: Hotels, Restaurants, Reiseagenturen, Geldwechselbüros, Kunsthandwerksläden, Diskotheken und vieles mehr.
Puerto La Cruz ist der Ausgangspunkt für die Überfahrt zu den wunderbaren Inseln des Nationalparks Mochima (und ebenfalls zur weiter entfernten Isla Margarita). Mit dem Ausflugsboot erreicht man von Puerto La Cruz auch die nahe gelegene Isla de Plata.
Die Gründung von Cumaná geht auf das Jahr 1521 zurück. Die alte Stadt ist das Zentrum des Bundeslandes Sucre. Als Drehscheibe des Handels und als Universitätsstadt befindet, sie sich in stetiger Entwicklung. Weil mehrere Erdbeben Cumanás Bauten zerstörten, ist wenig aus der Vergangenheit unter den spanischen Eroberern erhalten. Die Straßen rund um die Kirche Santa Inés haben zwar ihren besonderen Charme behalten, doch die Kirche selbst ist ein moderner Nachbau der ursprünglichen Konstruktion. Am Boden kann man noch Spuren alter Mauern ausmachen, die zur 1669 erbauten Festung Santa María de la Cabeza gehörten. Über eine Treppe ganz in der Nähe der Kirche gelangt man zum Castillo San Antonio de la Eminencia (1660). Es spielte früher, als Freibeuter die Küstenorte überfielen und plünderten, eine wichtige Rolle zur Verteidigung der Stadt Hier finden Sie weitere Bilder zu Venezuela. |
27.04.10 |
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