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Caracas - Modernes Eldorado
Skyline von Caracas
Die Lage Caracas mitten in den Bergen auf ca. 700 – 900 Meter Höhe und 20 Kilometer vom Karibischen Meer entfernt, beschert der Hauptstadt Venezuelas, ein einzigartiges Klima. Am Fuße des Pico Avila (2159 Meter hoch) im Naherholungsgebiet El Avila  ist es das ganze Jahr über frühlingshaft mild.
Als im 18. Jahrhundert im Hinterland Kakao- und Kaffeekulturen angelegt wurden, erlebte Caracas einen ersten Aufschwung. Der darauf folgende Aufstieg im 20. Jahrhundert ist insbesondere auf Venezuelas Ölreichtum zurückzuführen und hat in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts zu einer starken Zunahme der Mittelschicht geführt. Die Einwohnerzahl im Großraum der Hauptstadt ist seit den 1950er Jahren von einer halben Million auf über 5 Millionen (manche behaupten gar 8 Millionen) angestiegen, allerdings lebt etwa ein Drittel der Einwohner in Elendsvierteln.
Das historische Zentrum von Caracas ist die Plaza Bolivar, und weil die meisten älteren und wichtigen Sehenswürdigkeiten in der Nähe liegen ist der Platz ein guter Ausgangspunkt für eine Stadttour.
Büste von Simon Bolivar
Eine überlebensgroße Reiterstatue Simón Bolívars beherrscht diesen stattlichen Platz, an dem man außer der Kathedrale zahlreiche Regierungsgebäude sehen kann, darunter auch die Casa Amarilla, in der heute das Außenministerium zu Hause ist, sowie den Consejo Municipal (Rathaus). Die ehemalige Kathedrale wurde 1595 vollendet und später vom Erdbeben zerstört. Die Schlichtheit – sieht man einmal von der Fassade ab – des heutigen Baus (aus dem 19. Jahrhundert) kontrastiert mit der reichlichen Verwendung von Marmor im Inneren und den Gemälden, die Rubens und Murillo zugeschrieben werden; auch der venezolanische Maler Arturo Michelena ist vertreten.
Das Capitol, das Versammlungsgebäude des Nationalkongresses - in unmittelbarer Nähe der Kathedrale gelegen -  erkennt man an seiner glänzenden Kuppel. Es wurde 1873 unter der Regierung von Präsident Guzman Blanco in nur 114 Tagen hochgezogen. Die Wände und Decken stellen Männer und Episoden der Landesgeschichte dar. Besonders eindrucksvoll ist die Schlacht von Carabobo, dem entscheidenden Kampf des Unabhängigkeitskrieges, eine Bildreihe des venezolanischen Malers Martín Tovar y Tovar.

Ein Caracas-Besuch gerät leicht zur Bolívar-Pilgerfahrt, so allgegenwärtig ist der große Mann Venezuelas. Sein Geburtshaus, die Casa Natal, ist ein Nationalheiligtum - allerdings ein moderner Nachbau des ursprünglichen Kolonialhauses. Das Originalgeburtshaus ist einem der vielen Erdbeben zum Opfer gefallen. Gemälde illustrieren den Lebensweg des nationalen Helden; sein Taufbecken und sein Bett stehen ebenfalls hier.
Offener Sarkophag für Francisco de Miranda
Im nebenstehenden Museum sind noch allerlei persönliche Gegenstände und Kriegsandenken Bolívars ausgestellt. Die sterbliche Hülle des südamerikanischen Befreiers liegt in einem bronzenen Sarkophag im Mittelschiff des National-Pantheon. In den Seitenschiffen des National-Pantheon sind übrigens noch andere venezolanische Nationalhelden beigesetzt. Zum Beispiel steht ein Sarkophag leer und wartet symbolisch auf den Nationalhelden Francisco de Miranda, der in Spanien im Gefängnis starb und dort auch beerdigt wurde.
Der Titel eines Befreiers wurde Simón Bolívar übrigens 1813 in der Iglesia de San Francisco verliehen. Die Kirche, in deren Innenraum schönes Schnitzwerk und der vergoldete Altar zu bewundern sind, ist eines der wenigen erhaltenen Gebäude aus ehemaligen Kolonialtagen.
Das Museum für Kolonialkunst ist als schönes Beispiel der Kolonialarchitektur und als Ausstellungsort für Mobiliar und andere Gegenstände aus jener Zeit besuchenswert. Das Haus gehörte ursprünglich Marquis del Toro, einem spanischen Adligen, der als guter Freund Simón Bolívars für die venezolanische Sache Partei ergriff.

Die Zeitgenossenschaft Bolívars schließlich sichert ein 32stöckiges Einkaufszentrum, das Centro Simón Bolívar. Bei seiner Einweihung im Jahre 1956 war es das Wahrzeichen der Stadt und galt als hochmodern. Heute wird es von den benachbarten Hochhäusern und insbesondere von Wolkenkratzern des Parque Central (56 Etagen) weit überragt.

Blick vom Berg El Avila
Zum Abschluss einer Caracas-Rundreise sollte man sich einen Ausblick vom Berg El Avila gönnen. Der teleférico, eine Gondelbahn schweizerischer Produktion, bringt den Touristen in zehn recht spannenden Minuten auf den Gipfel. Derweil kann man den Wechsel von tropischer zu gemäßigter Vegetation verfolgen, bis sich aus der Höhe von über 2300 Metern ein atemberaubendes Panorama darbietet.

Hier finden Sie weitere Bilder zu Caracas.

18.04.10