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Samarkand - zwischen Magie und Moderne
01.10. – 02.10. 2008 Samarkand

Samarkand besticht vor allem durch seine Monumentalbauten aus der Timuridenzeit (ausgehendes 14. - 15. Jahrhundert). Gur-e Amir, der Registan, Bibi-Khanum, die größte Moschee Zentralasiens und Schah-e Sende, eine Nekropole (in dieser Reihenfolge von unserem Hotel ausgehend) liegen fast auf einer Achse und sind durchaus zu Fuß zu erreichen.
Bibi-Khanum-Moschee in Samarkand
Seit ich 2006 ein Foto des Registan gesehen hatte, träumte ich davon, selbst einmal davor zu stehen und der Anblick erfüllte mich mit Ehrfurcht. Das Wort Registan bedeutet eigentlich Sandplatz und viele Städte in Usbekistan haben einen Registan oder Rigestan, meist ein großer Platz, der für Aufmärsche und Ähnliches genutzt wurde. Auf dem Registan in Samarkand stehen drei große und prachtvolle Medresen in 90° Winkeln angeordnet, so dass lediglich eine Seite frei bleibt.

Registan in Samarkand
Da es an dieser freien Seite eine Aussichtsterrasse gibt, die recht weit von den eigentlichen Gebäuden entfernt ist, entsteht ein großer, freier Raum, so dass man wirklich den Gesamtanblick genießen und fotografieren kann und sich nicht (wie so oft bei den Kathedralen in Europa) mit Teilansichten zufrieden geben muß. Es ist auf jeden Fall überwältigend. Von diesen herrlichen Gebäuden abgesehen, ist die Stadt selbst nicht besonders schön, zumindest nicht das, was man auf dem Weg von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten sieht.

Den Nachmittag des zweiten Tages haben wir vor allem auf dem Bazar in der Nachbarschaft von Bibi Hanim verbracht. Dort konnte man wirklich die Gerüche und die Farben des Orients entdecken. Natürlich ist auch dort Feilschen angesagt, aber bei weitem nicht in dem Maße wie auf anderen orientalischen Märkten. Irgendwo habe ich gelesen, und unsere usbekische Reiseleiterin bestätigte es, dass man im besten Falle einen dreißigprozentigen Nachlaß bekommt.


Bazar in Samarkand
Überall, auch auf den Basaren, waren wir sehr angenehm überrascht von der Freundlichkeit und Würde der Menschen, die uns nie zu nahe traten, obwohl sie uns doch dringend etwas verkaufen wollten. Natürlich haben wir gut auf unsere Wertsachen aufgepaßt, aber ich glaube, im Gedränge einer deutschen Großstadt ist die Gefahr durch Taschendiebe bestohlen zu werden, größer als z.B. auf dem Basar in Samarkand. Das Feilschen auf dem Basar und auch die Verständigung in den Hotels ist ohne Schwierigkeiten in Englisch möglich, manchmal findet man auch Usbeken, die etwas Deutsch können.

Meine Freundin und ich sind auch abends bis gegen 23 Uhr immer allein unterwegs gewesen und haben nicht eine einzige unangenehme Situation dabei erlebt. In meinem Heimatort gehe ich um diese Uhrzeit nicht mehr gerne allein auf die Straße.

Dabei gibt es in Usbekistan keine strenge Kleiderordnung für Frauen. In Taschkent haben wir fast alles an Frauenkleidung gesehen, auch junge Mädchen in Miniröcken und mit Spaghettiträgern. In den anderen Städten war die Kleidung traditioneller. Aber wir haben nie verschleierte Frauen gesehen und längst nicht alle Frauen trugen ein Kopftuch. Und wenn doch, dann bedeckte es selten den ganzen Kopf und ließ häufig noch eine neckische Haarlocke hervorblitzen.

Auch in den Moscheen brauchten wir keine Kopfbedeckung zu tragen. Lediglich dort, wo Teppiche lagen, mussten wir die Schuhe ausziehen. Allerdings handelte es sich bei den großen Baudenkmälern, die wir besichtigt haben, in den seltensten Fällen um aktive Moscheen. In einer aktiven Moschee, vor allem vielleicht in ländlicheren Gebieten, mag die Kleiderordnung durchaus etwas strenger gehandhabt werden.

An einem Abend hatten wir noch ein ganz besonderes Erlebnis. Unser Reiseleiter hatte uns im Vorfeld gefragt, ob wir an einem klassischen Konzert interessiert seien. Seitdem Usbekistan unabhängig ist, gibt es für die Menschen dort auch die Möglichkeit, privat Geld hinzuzuverdienen und das ist nicht nur eine Möglichkeit, sondern vielfach auch eine Notwendigkeit. So haben sich mehrere Dozenten der Musikhochschule zusammengeschlossen und bieten auf Anfrage Konzerte für Touristen an.

Der Eintritt für ein 45-minütiges Konzert betrug 5 Euro oder 7 Dollar und gespielt wurde bereits ab einer Gruppenstärke von 15 Personen. Diesmal hatten die Musiker aber Glück, denn außer unserer Gruppe mit 25 Personen kam auch noch eine größere französische Reisegruppe dazu. Das Konzert fand in einer ehemaligen orthodoxen Kirche statt, in der sich mittlerweile eine private Kunstgalerie befindet. Wir wurden mit einem Glas Rotwein in der von zahllosen Kerzen beleuchteten Kirche empfangen. Später erfuhren, dass diese stilvolle Illumination nicht üblich ist, sondern wir sie einem der häufigeren Stromausfälle zu verdanken hatten. Vier Musiker und Musikerinnen boten uns auf wechselnden Instrumenten (Flügel, Geige, Violoncello, Querflöte und Gesang) Werke von Mozart, Chopin und etwas russische Folklore.
Hier finden Sie weitere Bilder zu Usbekistan.

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12.03.09