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Mit Usbekistan Airways von Frankfurt nach Taschkent |
29.-30.09.2008 Taschkent
Am Montag, dem 29.09.2008, war es soweit. Mit einem Linienflug der Usbekistan Airways von Frankfurt nach Taschkent begann für uns das Abenteuer Usbekistan, das uns zu den wichtigsten Städten der alten Seidenstraße führen sollte.
Nach der Landung empfing uns eine stickige und schwüle Flughafenhalle, die Einreiseformalitäten schleppten sich mehr als langsam dahin, aber irgendwann war es endlich geschafft und wir durften nach draußen, wo uns unser deutscher Reiseleiter mit einer usbekischen Kollegin begrüßte. Durch den Regen ging es zum Bus und dann in unser Hotel (Hotel Uzbekistan), ein pompöses Relikt aus der Sowjetzeit mit 17 Stockwerken und kalter Marmorpracht in den Empfangsräumen. Das Personal war allerdings sehr freundlich und das Frühstückbuffet am anderen Morgen gut.
Da Taschkent nicht unser eigentliches Reiseziel, sondern nur der günstigste Flughafen für einen Direktflug von Deutschland aus war, sollte es nach einer kurzen Stadtrundfahrt weitergehen. Draußen erwartete uns nach dem Regen am Vorabend eine strahlende Sonne und blauer, fast wolkenloser Himmel.
Von den Städten, die wir auf unserer Reise besucht haben, ist Taschkent sicherlich am unattraktivsten; es gibt noch zu viele Bausünden aus der Zeit vor der Unabhängigkeit. Die Stadt hat ca. 2,5 Millionen Einwohner und ist vor allem durch die sowjetische Architektur der 70er geprägt, da es nach einem verheerenden Erdbeben im Jahre 1966 wieder aufgebaut werden mußte. Bei diesem Erdbeben wurde die Altstadt fast völlig zerstört und zum großen Teil durch Plattenbauten ersetzt. In den letzten Jahren versucht man mit neuen Bauprojekten, der Stadt wieder ein usbekisches Gepräge zu geben.
Nachdem wir die sowjetischen Viertel der Stadt mit den sechsspurigen Straßen und hässlichen Gebäuden hinter uns gelassen hatten, fanden wir uns in dem unzerstörten Teil der Altstadt wieder und konnten uns ein Bild von der eigentlichen usbekischen Bauweise machen.
Typisch sind die offenen Bewässerungskanäle, die früher auch zur Entnahme von Trinkwasser genutzt wurden. Die Häuser sind aus Lehm und haben zur Straßen-, besser Gassenseite hin nur fensterlose Mauern. Wenn man dann aber durch die Tür tritt, gelangt man zuerst in einen mehr oder weniger großen Innenhof, in dem manchmal (je nach Größe) auch Blumen-, Kräuter- oder Gemüsebeete angelegt sind. Dazu eventuell ein kleiner Stall für Schafe oder Ziegen und ein sogenannter Iwan, eine Art offenes Zimmer für die heißen Monate. Um diesen Innenhof sind dann die Wohnräume gruppiert.
In unmittelbarer Nachbarschaft dieser Altstadt befindet sich ein islamischer Komplex, bestehend u.a. aus Medresen (Theologische Hochschulen, deren Studierende zu Imamen ausgebildet werden) und Moscheen im Wiederaufbau. Dort befindet sich auch eine islamische Hochschule, an der man studieren kann, wenn man das siebenjährige Studium an einer Medrese abgeschlossen hat.
Hieran kann man schon erkennen, dass es sich bei Usbekistan um ein islamisches Land handelt. Circa 89% der Bevölkerung sind sunnitische Muslime, ca. 8 % Russisch-Orthodoxe. Darüber hinaus gibt es Schiiten, Angehörige anderer christlicher Konfessionen und Juden. Die Gebäude werden alle im alten Stil wieder aufgebaut und sind schon sehr beeindruckend, auch wenn sie mit den Monumentalbauten in Samarkand oder Buchara nicht mithalten können.
Auch einige U-Bahn-Stationen sind einen Besuch wert: Die Wände sind mit Mosaiken geschmückt und riesige Kristalllüster hängen von den Decken. Und natürlich muss man bei dem Standbild Timurs, in einem kleinen Park gelegen, vorbeischauen. Hier sitzt der grausame Herrscher hoch zu Ross.
Nicht nur in Taschkent, sondern auch an den anderen Orten waren wir immer wieder überrascht, wie grün die Städte, die doch in Wüsten- oder Steppengebieten liegen, sind und wie sorgsam man die alten Schätze restauriert. Wir haben Fotos gesehen, die Ruinen zeigten, wo heute wieder Paläste (nicht wörtlich gemeint, es können auch Moscheen oder Medresen sein) stehen.
Die Weiterfahrt am Nachmittag nach Samarkand führte uns durch die Hungersteppe, eine etwa 10.000 km² große, von der Sonne ausgetrocknete Ebene, die sich bis weit nach Kasachstan erstreckt. In Usbekistan wurde sie durch Bewässerungsprojekte zu einem großen Teil fruchtbar gemacht, so dass wir weitgehend durch landwirtschaftlich genutztes Gebiet fuhren.
Gegen 15 Uhr begann es zu regnen und hörte bis kurz vor Samarkand nicht auf. Vom Vorabend abgesehen, war es allerdings der einzige Regen, den wir auf unserer Reise zu sehen bekamen und es war sicherlich der Tag, an dem wir ihn am wenigsten störend fanden, denn die Landschaft war recht langweilig. Schade war nur, dass wir dadurch so langsam vorankamen, dass wir den eigentlich interessanten Teil, die Durchfahrt durch das Turkestangebirge, erst im Dunkeln erreichten. Von diesem einen Regennachmittag abgesehen fanden wir das Klima insgesamt sehr angenehm, an den restlichen Tagen (insgesamt 11) war der Himmel stets von einem wunderbaren Blau, ganz selten zeigten sich ein paar zarte Wölkchen.
Am Morgen und gegen Abend konnte man – vor allem im Schatten - durchaus eine leichte Jacke gebrauchen, ansonsten war T-Shirt-Wetter. Lediglich gegen Mittag stach die Sonne meistens für ungefähr eine Stunde etwas unangenehm, da genügte es aber den Schatten aufzusuchen. Überhaupt war der Unterschied zwischen Sonne und Schatten viel größer als in unseren Breitengraden.
Samarkand begrüßte uns auch mit Dunkelheit, denn es war (mal wieder!) der Strom in einigen Stadtteilen ausgefallen, zum Glück nicht in unserem Hotel. Das Hotel Malika (Malika ist eine Kette, die Wert darauf legt, die Hotels im usbekischen Stil zu halten) war ganz neu und wunderschön. Auch der Service stimmte, so dass ich es wirklich nur empfehlen kann. (Achtung, es gibt zwei Malika Hotels in Samarkand, das andere soll wesentlich schlechter sein.) Unser Hotel lag in fast unmittelbarer Nachbarschaft zum Mausoleum Gur-e Amir, der überaus prächtigen Grabstätte Timurs, die sogar Vorbild für das Taj Mahal in Agra/ Indien war. Hier finden Sie weitere Fotos zu Usbekistan.
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12.03.09 |
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