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Buchara - eine Stadt aus einem orientalischen Märchen
04.10.-05.10.2008 Buchara

Buchara empfing uns am Abend wie eine Stadt aus einem orientalischen Märchen. Wir wohnten in einem Malika-Hotel in der Altstadt, die diesen Namen auch noch verdient. Bei der Restaurierung wurde darauf geachtet, daß das alte einheitliche Bild erhalten bleibt. Buchara kann man nicht wie Samarkand in Einzelerlebnisse aufteilen, Buchara ist ein Gesamterlebnis.

Bazar in Buchara
Medrese Tschar Menar in Buchara
Neben all den herrlichen Baudenkmälern, die es zu bewundern gibt, hat die Stadt ein ganz eigenes Flair, das durch die vielen Basare, Handwerkerläden und Souvenirstände mit wirklich schönen, kunsthandwerklichen Dingen (kein Plastikmüll made in Taiwan) noch gesteigert wird.

Auch Buchara ist reich an herrlichen blauen Fayencen, die wir bereits in Taschkent und Samarkand bewundert hatten. Allerdings kommt in der Altstadt der Lehm, der das traditionelle Baumaterial ist, farblich viel stärker zum Tragen und der Farbton verändert sich mit der Tageszeit - was uns in Khiva noch mehr auffallen sollte.

Wie Taschkent und Samarkand hatte auch Buchara ein offenes Bewässerungssystem, das aber von den Sowjets aus hygienischen Gründen zum größten Teil zugeschüttet wurde. Geblieben ist nur das Wasserreservoir „Lab-e Haus“. Es wurde im Jahr 1620 angelegt und zweimal im Monat über einen Kanal mit Wasser aus dem Serafschan gefüllt. Dies Wasser diente zum Trinken und zum Waschen. Bis zum Ende der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts gab es noch 97 Wasserreservoire dieser Art in Buchara. Heute dient es allerdings nicht mehr der Wasserentnahme, sondern ist der Mittelpunkt eines lauschigen gastronomischen Treffpunkts geworden. Das Reservoir ist 42 x 36 m groß und 5 m tief. Man kann am Ufer dieses künstlichen Sees unter alten, mächtigen Bäumen sitzen und sich von einem der umliegenden Restaurants bedienen lassen.

Marktgeschehen in Buchara

Strassenmaler in Buchara
Allerdings ist beim Essen und Trinken außerhalb der auf europäischen Tourismus eingestellten Hotels große Vorsicht geboten, usbekisches Essen ist nichts für „sterile, deutsche Bäuche“ und die Wasserqualität ist so schlecht, dass man auch die Zähne besser mit Mineralwasser putzen sollte.

Unbesorgt trinken kann man neben dem grünen Tee, der sozusagen Nationalgetränk ist, usbekischen Rotwein, Bier, das aus einer der baltischen Republiken kommt und Wodka. Wobei man darauf achten sollte, dass er in einer industriell verschlossenen Flasche verkauft wird (es wird in Usbekistan auch schwarz gebrannt).

In Buchara verbrachten wir anderthalb Tage mit der Gruppe. Den freien Nachmittag nutzen wir für einem ausführlichen Gang über die Basare. Miniaturmalereien, Seide, Stickereien, Gewürze, Metallhandwerk; es scheint, dass sich heute noch bemerkbar macht, dass Timur seinerzeit die besten Handwerker seiner eroberten Länder nach Usbekistan holte. Natürlich haben wir in den Basaren auch Teppiche bewundert, aber uns haben die vor Ort hergestellten Waren mehr interessiert.

Und sicher wird sich Ihnen, wenn Sie immer wieder von den schönen Dingen lesen, die man auf den Basaren erstehen kann, die Frage stellen: Wie ist das mit den Devisen? Die usbekische Währung heißt Sum. In Europa ist sie nicht zu bekommen und aus Usbekistan darf sie nicht ausgeführt werden. Da in Usbekistan Kreditkartenzahlungen nahezu unbekannt sind und es angeblich sehr schwierig sein soll, über seine EC-Karte zu Geld zu kommen, empfiehlt sich die Mitnahme von reichlich Bargeld. Speziell, wenn man gerne Souvenirs mitbringen möchte. Essen und Trinken sind hingegen sehr preiswert. Am Besten besorgt man sich das Geld in möglichst kleinen und neuwertigen Scheinen (Euro oder Dollar). Umtauschen kann man in einige der größeren Hotels (Achtung: nachzählen!), wobei man das usbekische Geld eigentlich nur für Lebensmittel und in Restaurants braucht. Auf den Basaren und in den Souvenirläden werden sehr gerne Dollar und Euro entgegengenommen und sehr häufig wird das Wechselgeld in derselben Währung herausgegeben.
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12.03.09