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Kapstadt – Mutterstadt und Garten am Kap
Blick auf den Tafelberg vom Blouberg Strand in Kapstadt
Für reisemüde Seeleute auf ihren Handelswegen nach Indien war der Tafelberg lange Zeit Signal und Einladung, in seinem Schatten zu ankern. Das aus einer Entfernung von bis zu 150 Kilometern sichtbare, oben abgeflachte Sandsteinmassiv versprach frisches Fleisch, Wasser und sorgfältig bestellte Gemüsegärten. Aus diesen Gemüsegärten ist Kapstadt hervorgegangen. Für die Südafrikaner ist Kapstadt Cape Town, die Mutterstadt. An der Atlantikküste der Kaphalbinsel gelegen, war es der erste von Europäern im 17. Jahrhundert besiedelte Landstrich; von hier aus stießen die Pioniere ins Innere des Subkontinents vor. Heute ist Kapstadt ein großer Seehafen mit Sitz des Parlaments der Republik Südafrika.

Kapstadt mit ihren Kiefern, Palmen und Frangipanis hat einen mediterranen Zug, aber im Winter regnet es viel, und im Sommer sucht oft tagelang ein heftiger Südostwind die Stadt heim. Dann schmückt sich der Tafelberg mit seinem Tischtuch, einem weißen, flaumigen Wolkenstreifen, der über dem Gipfel schwebt und ein wenig über die Ränder des Berges herabhängt. Mit oder ohne Decke ist der Tafelberg ein erhebender Anblick, ein unverkennbares, dramatisch-schönes Wahrzeichen und der unumstrittene Beherrscher der Stadtszene.

Kapstadt hat aber auch ohne den Tafelberg zweifellos so einiges an Sehenswürdigkeiten zu bieten.
Das Parlament in der Government Avenue, der Sitz der gesetzgebenden Versammlung von Südafrika, beherbergt auch ein Geschichtsmuseum, Kunstwerke und Erinnerungsstücke an die erste Kap-Volksvertretung im Jahr 1854. Die von majestätischen Eichen gesäumte Government Avenue mündet in den Company`s Garden, den einstigen Gemüse- und Obstgarten der Ostindien-Gesellschaft.

Die City Hall (Rathaus) in der Darling Street – jetzt ein Konzertsaal – wurde 1905 in einer Mischung aus Kolonialarchitektur und italienischer Renaissance erbaut. Auf dem früheren Paradeplatz gegenüber, findet regelmäßig ein Markt statt.
Das 1666 sternenförmig angelegte Castle of Good Hope (Fort der Guten Hoffnung) ist das älteste Bauwerk der Stadt. Die Festung wurde nie belagert und verdankt ihre Berühmtheit dem Ruf der Persönlichkeiten, die in ihren Mauern eingekerkert waren. Die Zeremonie der Schlüsselübergabe um 10 Uhr morgens und der mittäglichen Wachablösung bilden die beiden Hauptattraktionen des Forts, dessen Folterkammern und Gefängniszellen seinen Namen Lügen strafen.

Die Groote Kerk (Große Kirche), die älteste Kirche des Landes, besitzt eine schöne, von Anton Anreith geschnitzte Kanzel und eine hervorragende Silbersammlung.

Kapstadt hat zahlreiche Museen. Das Jewish Museum (Jüdisches Museum) in der Hatfield Street, das in der ältesten Synagoge des Landes eingerichtet ist, zeigt neben einer Sammlung von Kulturgegenständen die Geschichte der jüdischen Kap-Gemeinden.
Protea die Nationalblume von Südafrika
Nebenan stellt die National Gallery Werke südafrikanischer wie auch europäischer Künstler aus. Ebenfalls in der Nähe befindet sich das South African Museum, das sich mit Ethnologie und Naturgeschichte befasst. Neben dem Parlament, in einer ehemaligen Sklavenunterkunft von 1679, in der später das Oberste Gericht tagte, ist das Cultural History Museum untergebracht. Hier geht es – neben klassischer Archäologie – vor allem um die Kulturgeschichte der Kapprovinz. Von geschichtlichen und seemännischen Taten am Kap der Guten Hoffnung berichtet das South African Maritime Museum in der Dock Road am Hafen; es hat eine beeindruckende Modellschiff-Sammlung.

Die Nachkommen malaiischer Sklaven, die im 17. Jahrhundert von den Holländern hierher gebracht wurden, bewohnen das Bo-Kaap-Viertel am Fuße des Signal Hill. Ganz typisch für diesen unter Denkmalschutz stehenden Stadtteil sind die pastellfarbenen Häuschen und die Minarette der Moscheen; seine Bewohner sind Muslime, die bis heute ihre kulturelle Identität bewahrt haben. Ein kleines Museum in der Wale Street zeigt, wie es früher in einer kapmalaiischen Wohnung aussah. Die Jamia-Moschee an der Ecke Chiappini und Castle Street ist das älteste islamische Gotteshaus am Kap.

Der alte Hafen von Kapstadt wurde einem sehr erfolgreichen Lifting unterzogen und die schönen Gebäude der Docks, zu denen Prinz Alfred, der Sohn Königin Viktorias, 1860 den Grundstein legte, zu neuem Leben erweckt. Die aufgefrischte Victoria und Alfred Waterfront – nur etwa zwei Kilometer vom Zentrum entfernt – ist ideal für Spaziergänge, Einkäufe und einen kleinen Snack. Neben Cafés und Restaurants, die frischen Fisch und Meeresfrüchte anbieten, gibt es Museen, Theater, eine Brauerei, Hotels, Luxusboutiquen und ein riesiges Einkaufszentrum. Zum Angebot gehören Bootstouren und Hubschrauber-Rundflüge, bei schönem Wetter ein absolutes Highlight.

Foto von Nelson Mandela, der in Robben Island inhaftiert war
In unmittelbarer Umgebung von Kapstadt liegt der Strand Sea Point, ein dicht bevölkertes Gebiet mit Wohnhochbauten und Hotels an vielen kleinen Strandbuchten. Weitaus geräumiger ist Clifton, wo sich die moderne Jugend trifft.
Nördlich von der Tafelbucht liegt fünf Kilometer vor der Küste die Gefängnisinsel Robben Island, auf der Nelson Mandela fast 20 Jahre inhaftiert war. Heute kann man die engen Zellen und Steinbrüche, in denen die Häftlinge schuften mussten, besichtigen.

Gondelfahrt auf den Tafelberg in Kapstadt
Bei gutem Wetter gelangt man mit der Schwebebahn in nur sieben Minuten auf den Tafelberg, dem Wahrzeichen von Kapstadt, während ein Aufstieg zu Fuß rund zwei  ganze Stunde in Anspruch nimmt. Vom Gipfel, aus 1067 Meter Höhe, bietet sich eine unvergessliche Aussicht auf Kapstadt und die Kaphalbinsel. Zahlreiche schöne Pfade laden den Touristen zum Wandern inmitten prachtvoller Wildblumen und einzigartiger Landschaft ein.

Am südöstlichen Abhang des Tafelbergs erstreckt sich der riesige Botanische Garten von Kirstenbosch in dem Tausende von Pflanzen wachsen – fast ein Viertel aller südafrikanischen Arten.

Die Kaphalbinsel, die sich von Kapstadt aus 50 Kilometer weit nach Süden erstreckt, ist mit ihren bewaldeten Berghängen und einer traumhaften Küstenlandschaft ein Juwel. Die dicht am Meer angelegte Panoramaroute bietet absolut beeindruckende Ausblicke. Die schönsten Strände liegen im Norden an der False Bay. Am südlichsten Punkt des Kaps treffen die Seewege der westlichen und östlichen Weltmeere zusammen. Zu den Höhepunkten gehört hier der in die Felswand oberhalb von Hout Bay gebaute Champman`s Peak Drive. Der schöne Hafen, Hout Bay, an der Westküste der Halbinsel, beherbergt eine Fischerflotte. In einigen der alten Häuser haben sich Künstler niedergelassen, andere dienen als Ferienunterkünfte.

 Blick auf das Kap der Guten Hoffnung
Aus geographischer Sicht liegt der südlichste Punkt Afrikas zwar am Cape Agulhas, 150 Kilometer weiter östlich, aber aus historischen Gründe bleibt das Kap der Stürme von Bartolome Diaz, dem König Johann II. von Portugal seinen heutigen Namen verlieh, der wichtigste Punkt in dieser Gegend und ein Muss für jeden Besucher. Im 1939 gegründeten Cape of Good Hope Nature Reserve blühen zwischen und auf dem Felsen fast 2500 Blumenarten, welche die Kaphalbinsel jeden Frühling in ein Blütenmeer verwandeln. Dazu gehören auch zarte Proteen, die nur in Südafrika vorkommen.

Hier weitere Bilder zu Kapstadt .

13.05.10