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Fußball WM 2010 in Südafrika |
Wenn vom 11. Juni bis 11. Juli 2010 die Fußballweltmeisterschaft in Südafrika stattfindet, werden wieder Millionen von Fans weltweit dieses Sportereignis im Fernsehen verfolgen. Doch anders als bei der WM in Deutschland, das als Sommermärchen eines der Buntesten, Fröhlichsten und Friedlichsten in die WM-Geschichte einging, steht Südafrika vor seiner größten Herausforderung überhaupt.
Zehn Stadien müssen für die WM bereit stehen, eine neue Infrastruktur im Gesamtvolumen von zwei Milliarden Euro für den Transfer der Fans geschaffen werden sowie Hotelbetten im westlichen Standard für ca. 450.000 Touristen angeboten werden. An so kleinen Punkten wie die Frage nach der Beschaffung von 3.000 Luxusbussen, mit denen Mannschaften, Sponsoren und Fans transportiert werden sollen, erkennt man die schwierige Lage des Verbandes. Inzwischen gehen rund 70% der Südafrikaner davon aus, dass die Weltmeisterschaft im eigenen Land ein voller Erfolg wird, obwohl die Baumaßnahmen dem Zeitplan hinterherhinken. 5 Stadien-Neubauten sollen bis Oktober 2009 beendet, die anderen auf WM-Stand renoviert sein. Bis zur planmäßigen Fertigstellung dürfen aber dann auch keine Streiks der Stadienarbeiter mehr dazwischenfunken, wie sie zuletzt in Durban, Kapstadt und Nelspruit vorkamen. In der Weltmetropole Kapstadt am Kap der Guten Hoffnung entsteht das Greepoint-Stadion direkt zu Füßen des Tafelberges und hat damit den wohl bestens vermarktbaren Standort aller Stadien.
Eine weitere große Herausforderung wird für den südafrikanischen Fußballverband und die FIFA die Sicherheitslage sein. Natürlich hat sich die Diskussion über die Gefahren in Südafrika speziell nach dem Raubmord an dem ehemaligen österreichischem Torwart Peter Burgstaller vor der Auslosung zur Qualifikation in Durban noch verschärft. 52 Menschen werden in Südafrika täglich ermordet. Doch mehr fürchten die Organisatoren die zahlreichen kleinen Delikte und Überfälle. Zahlreiche milliardenschwere Programme der Regierung sollen dafür sorgen, daß die WM ohne Ausschreitungen und Gefahren über die Bühne geht.
Auch wenn das Turnier nicht so perfekt organisiert sein wird wie die WM 2006, wird die Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika wohl eher das Fußballturnier der großen Emotionen werden. Nationaltrainer Parreira erkennt sogar Parallelen zu seinem Heimatland Brasilien, in dem die Fans bekanntermaßen für die frenetische Unterstützung ihres Clubs bekannt sind. In Südafrika, beschreibt er, lieben sie den Fußball genauso wie die Menschen in Brasilien. Die Südafrikaner unterstützen ihr Team so sehr, wie er es nirgends auf der Welt gesehen habe.
Wenn die Nationalmannschaft, die Bafana Bafana (übersetzt „Die Jungs“), spielen, ist der Gegner einer Geräuschkulisse von tausenden Plastiktrompeten (Vuvuzelas) ausgesetzt. Das Stadion ist voller Energie und die Fans singen und tanzen. Es wird allerdings für Südafrika sehr schwer werden, die Vorrunde zu überstehen. Seit dem letzten großen Titel, dem Afrika-Cup 1996, hat die Nationalmannschaft keine Erfolge mehr gefeiert und in den letzten 3 Turnieren noch nicht einmal die Endrunde erreicht.
Daß Südafrika ein sehr guter Gastgeber ist, hat das Land bereits mit der Kricket-WM 2003 bewiesen. Das größte Sportereignis, das der Kontinent je erlebt hatte, war die Rugby WM 1995 – denn es wurde zum Symbol des Endes der Apartheid. Ob die bevorstehende Fußball-WM 2010 diese kulturelle Symbolik übertreffen kann, wird sich zeigen müssen.
Wirtschaftlich wird die WM Südafrika neben neuen Stadien, die unter Umständen nach dem Turnier gar nicht mehr genutzt werden können, modernere Straßen und Bahnverbindungen uns rund 150.000 neue Arbeitsplätze bringen. |
14.01.09 |
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