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Barcelona - ein Ort reizvoller Kontraste zwischen Hypermoderne und Tradition |
Barcelona ist zweifelsohne eine faszinierende Mittelmeermetropole, dessen Bauwerke und Kultur für Spanien einzigartig sind. Die Stadt liegt in Katalonien 120 km südlich der Grenze zu Frankreich und den Pyrenäen und hat 1,5 Millionen Einwohner. Die Ausrichtung der Weltausstellung 1988 und der Olympischen Spiele 1992 ließen innerhalb von 4 Jahren Barcelona zu einer Weltstadt heranwachsen.
Barcelona, mach Dich Schön", so hieß der damalige Werbe-Slogan zu Olympia, und es stimmt: Wenn man sich Zeit nimmt und die Stadt erkundet, erkennt man das Gesamtkunstwerk als Ergebnis umfangreicher Umbauten. Man hatte schließlich eine 40jährige Diktatur aufzuarbeiten und die Stadtplaner und Architekten gaben ihr Bestes. Es sind zahlreiche Parks mit Skulpturen, Plätze mit Verweilmöglichkeiten und ein groß angelegtes Metronetz entstanden. Hochkarätige Stararchitekten wie Richard Meier oder Norman Foster waren daran beteiligt.
Nach über 15 Jahren gilt es nicht nur, einige Schönheitsreparaturen vorzunehmen. Die Stadtoberen haben weitere Baumaßnahmen in Auftrag gegeben, damit Barcelona sein dekoratives Gesicht behält. In der Nähe des Olympischen Dorfes, welches direkt am Meer lag und heute Mietwohnungen beherbergt, entstand ein 4 km langer Strand für unbeschwertes Vergnügen an heißen Sommertagen. An der Flußmündung des Besòs im Norden fand 2004 das "Forum der Weltkulturen", ein mehrmonatiges Kulturfestival, statt. Dieser Bezirk galt bis dato als sozial konfliktreich, aber das Ziel einer Eingliederung in die Stadtgesellschaft scheint noch nicht gelungen. Eine Vorstadt wie La Mina, in der Arbeitslosigkeit und Kriminalität den Tag bestimmen, kann nicht von heute auf morgen resozialisiert werden. Die Einwohner, ehemalige Imigranten aus ländlichen Gebieten und Gastarbeiter, können mit dem Fortschritt einfach nicht mithalten. Außerdem halten Ökopolitiker um Umweltaktivisten die sorglose Bebauung wie der Hightechpark im Viertel Poble Nou oder die neue Luxusstadt "Diagonal Mar" mit teuren Quartieren für bioklimatisch bedenklich.
Die Touristen kamen nach den Großereignissen in Scharen wieder, denn wer einmal dort gewesen ist, möchte noch einmal wiederkommen. Das neue Wahrzeichen der Stadt ist die "Sagrada Família", die von einem berühmten katalonischen Künstler konzipiert und bis zu seinem Tod 12 Jahre lang intensiv mitgebaut wurde: Antoni Gaudi. Zwei riesige parabolförmig stehende Türme flankieren den Eingang der römisch-katholischen Basilika, die als Sühnetempel der Heiligen Familie gewidmet ist. Der Bauplan sieht noch weitere Türme vor und ein Ende der Baustelle ist nicht in Sicht, denn finanziert wird die Kirche heute nur durch Eintrittsgelder und Spenden. Wenn Sie einmal nach Barcelona reisen, steigen sie die 400 Steinstufen auf einen der Türme und genießen die grandiose Aussicht auf den Stadtteil Eixample.
Zwischen dem Hafen und der Plaça de Catalunya erstreckt sich die 1 km lange Flaniermeile Rambla, auf der der Lebensrythmus der Menschen aller sozialen Schichten zu spüren ist. Der neue Prachtboulevard ist Zuschauerraum und Bühne zugleich. Wenn sich täglich zu Hunderten ein bunter Menschenstrom durch die Straße mogelt, das Zwitschern der Vögel mit dem Hupen der Autos mischt oder die Fans des FC Barcelona mal wieder einen Sieg feiern, zeigt sich die pulsierende und verrückte Atmosphäre der Stadt. Doch aufgepaßt: Taschendiebe und Kleinkriminelle warten gerne auf die Handtasche ahnungsloser Touristen.
Mit einigen Worten spanisch kommen Sie bei den Katalanen gut an, auch wenn diese ihren eigenen Dialekt - catalá - sprechen. Überhaupt sind die Menschen in Barcelona ein eigenes Völkchen, die aus ihrer Rivalität zur Hauptstadt Madrid nie einen Hehl gemacht haben. Ob der Grund dafür in der Opferrolle zentralistischer Ungerechtigkeit zu suchen ist, muß der Reisende schon selber rausfinden. Auf jeden Fall werden Sie interessante Überraschungen erleben. Auch wenn Sie nicht alles auf einmal sehen können, planen Sie halt einen weiteren Aufenthalt in Barcelona, der Stadt, die soviel zu bieten hat. |
12.06.08 |
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