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Andalusien - großherzige Menschen in einem heißen Land |
Das Leben im südlichsten Teil des spanischen Festlandes Andalusien wird im Sommer maßgeblich von den Temperaturen bestimmt. Wenn Mittags die Sonne mit über 35 Grad vom Himmel brennt, werden die Rollos heruntergelassen, die Läden geschlossen und abgewartet - am Besten an einem kühlen Ort. Die Straßen sind dann bis zum späten Nachmittag leer, bis die Temperaturen einigermaßen erträglicher geworden sind.
So tickt das meist trockene und heiße Andalusien, und Einheimische wie Touristen leben nach diesen Regeln. Und auch die Landschaft hat sich angepaßt. In der Provinz Almería existieren wüstenähnliche Steppen, eine ebenfalls karge Vegetation ist in der Gebirgsregion Alpujarra zu finden und in der Sierra Subbética in der Nähe von Cordoba beherrschen schroffe Felsen das Bild. Trotzdem können die Menschen der Region etwas abgewinnen, denn in der Sierra de Cazorla mit ihren Kieferwäldern, in der niederschlagsreichen Sierra de Grazalema oder dem eher flachgrünigen Naturpark Sierra de Aracena bei Huelva gibt es auch lebenswerte zuweilen fruchtbare Ländereien.
Hinzu kommt die Küste mit über 1.100 km Länge, davon 1/3 Atlantik und 2/3 Mittelmeer, die damit eine der längsten Abschnitte Spaniens ist. An der Costa del Sol (Küste der Sonne), die von der Straße von Gibraltar unterbrochen wird, sorgt ein subtropisches Klima für angenehme Temperaturen das ganze Jahr über. Auch wenn Kieselstrände überwiegen, kommen zahlreiche Urlauber aus ganz Europa an das andalusische Meer, um sich im kühlen Wasser zu vergnügen. Der anschließende Küstenabschnitt am Atlantik ist die Costa de la Luz, die noch breitere Strände vorweisen kann und die weniger verbaut ist. Jahrhundertlang war die Küste mit ihren Fischerdörfern recht unspektakulär, bis in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts die ersten Reiseveranstalter die Region für den Tourismus entdeckten. Dies eröffnete vor Allem jungen Menschen die Chance auf Arbeit und somit eine tolle Perspektive.
Andalusier sprechen ihre eigene Sprache und wenn man Ihnen zuhört, meint man, ein Streitgespräch zu verfolgen. In Wirklichkeit diskutieren die Männer gerne, am Liebsten natürlich über Fußball. Da kommt es vor, daß Einer den Anderen nicht aussprechen läßt. Für die Menschen, die sehr direkt und offen sind, ist die Familie das Wichtigste. Der Kontakt zu Eltern und zu Geschwistern ist eng und oft lebt der Sohn bis zu seinem 30. Lebensjahr noch zu Hause. Der Vater gilt als Mittelpunkt der Familie, dem von Allen Respekt gezollt wird. Doch auch diese Tradition fängt an zu bröckeln, denn die Kinder gehen ihre eigenen Wege und rebellieren immer öfter gegen die Eltern. Dafür ist der katholische Glaube ausgeprägt. Keine Hochzeit findet ohne kirchlichen Segen statt und die Kinder müssen getauft werden. Während der Heiligen Karwoche, auch "Semana Santa" genannt, fällt ganz Andalusien in ein religiöses Vakuum. Die traditionellen Prozessionen mit den typischen Kutten und Spitzhauben sind inzwischen zu einem internationalen touristischen Interesse geworden.
Wem der Rummel an der Küste oder in den Großstädten zu viel ist, der sollte in das Hinderland von Andalusien reisen, dessen Landschaft einen gewissen Charme besitzt. Mit ökologischen Standards der Europäischen Union hat sich im Bereich der Industrie und der Bauernwirtschaft einiges zum Positiven verändert. Nur noch ein Zehntel der arbeitenden Bevölkerung ist in der Fischerei oder in der Landwirtschaft tätig. Die Großgrundbesitzer mit dem meisten Land lassen lieber Billiglohnarbeiter aus Afrika für sich arbeiten. Der wichtigste Arbeitgeber und die größte Einnahmequelle ist halt der Massentourismus.
Empfohlene Sehenswürdigkeiten:
- Albaicín
- Alhambra
- Alpujarras
- Barrio Santa Cruz
- Catedral und Giralda
- Mezquita
- Reales Alcázares
- Sevillas Nachtleben
| Beliebte Urlaubsorte:
- Cádiz
- Conil de la Frontera
- Córdoba
- Granada
- Jerez de la Frontera
- Málaga
- Marbella
- Nerja
- Ronda
- Sevilla
- Tarifa
- Torremolinos
| Provinzen:
- Almería
- Cádiz
- Córdoba
- Granada
- Huelva
- Jaén
- Málaga
- Sevilla
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Andalusien stand von allen spanischen Regionen am Längsten unter islamischer Herrschaft. Die Einflüsse der Muslime sind auch heute noch in der Architektur zu sehen: Sevilla, Granada oder Córdoba sind nur ein paar Städtenamen, die einmal unter maurischer Herrschaft standen. Heute hat sich Andalusien zu einer modernen europäischen Region gewandelt, die sich den Zauber vergangener Zeiten bewahren konnte. Spanier anderer Provinzen haben von den Andalusiern eine gute Meinung. Auch wenn ihnen ein lockeres Mundwerk nachgesagt wird, besitzen sie ein großes Herz und werden gerne als Sympathieträger des Volkes bezeichnet. Jetzt wissen Sie, was Sie in Andalusien erwartet, wenn Sie einmal dort Urlaub machen sollten. |
30.06.08 |
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