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Costa del Sol und Granada – Lebenslust und Sinnlichkeit in Andalusien |
Zu deutsch „Küste der Sonne“ – so heißt der Abschnitt der Mittelmeerküste zwischen Torre del Mar im Osten bis über die Straße von Gibraltar nach Cadiz. Die Costa del Sol ist eine der interessantesten und wärmsten Küsten der Iberischen Halbinsel. Dies fanden auch zahlreiche Pauschaltouristen in den 60er und 70er Jahren und überfielen regelrecht die Orte wie Fuengirola und Torremolinos. Die Folge war ein Bauboom an Apartmentkomplexen, Hotels und Bettenburgen. Auf eine stilvolle Architektur in einer begrünten Umgebung wurde verzichtet und so blieben die Betonklötze bis heute erhalten. Um das trostlose Bild freundlicher zu gestalten, wurden in den vergangenen Jahren allerdings umfangreiche Renovierungen vorgenommen.
Inzwischen kann sich die Costa del Sol wieder sehen lassen: gepflegte Parks, schöne Küstenpromenanden und Polizisten, die für Recht und Ordnung sorgen. Umgebungsstraßen halten die Autokolonnen aus den Küstendörfern weitgehend fern und in ganz Andalusien ist man stolz auf angelegte Naturparks. Die Strände sind wieder sehr sauber, so dass die EU mittlerweile einige Umweltpreise vergeben hat. Wahrscheinlich der besseren Vermarktung wegen einigte man sich in den Gemeinden und Städten auf neue Namensgebungen einzelner Küstenstreifen, z.B. erhielt der Abschnitt der Provinz Granada den Namen „Costa Tropical“ oder weiter östlich den Namen „Costa de Almería“.
Das neue Image hat sich mittlerweile auch im Ausland herumgesprochen, das beweisen die hervorragenden Auslastungszahlen der Hotelbetten. Costa del Sol Reisende können schließlich recht günstig Urlaub machen und trotzdem unbelastete und romantische Ecken kennenlernen. Denn es gibt sie noch, die schmale Gassen und die wunderschön bepflanzten Gärten und Terrassen, schmucke Straßenschilder im Ziegelstil, Singvögel in schattigen Hinterhöfen oder einfach der Duft eines leckeren Mittagessens aus Nachbars Küche. Die Costa del Sol wandelt sich zurück vom versnobten, verrufenen Tummelplatz für Alt-Promis zu einem bescheidenen, ursprünglichen Platz für neugierige Gäste.
Schließlich war die Küste einmal ein altes Kulturland, deren prähistorische Hinterlassenschaften bis zu den Phöniziern und Karthagern zurückreichen. Heute noch zeugen Reste heiliger Stätten, Höhlengräber und Skelette von einer lebendigen Vergangenheit. Dazu passt ein Ort, den viele als Schatzkammer einer großen Historie und als Juwel der Baukunst ansehen: Granada mit der Alhambra im Osten Andalusiens. Die Stadt an den Hängen der Sierra Nevada, die in der Zeit der maurischen Herrschaft zwischen dem 7. und 15. Jahrhundert ihre Blütezeit hatte, war Zwischenstation vieler Völker. Aber erst mit dem Aufstieg der nasridischen Dynastie entwickelte sich eine in Spanien einzigartige islamische Kultur.
Die Alhambra, königlicher Sitz der Herrscher, war ein eindrucksvolles Werk mit vielen arabischen Einflüssen der Mauren. Das Bildungsniveau der Kalifen war sehr hoch, da sich ständig Wissenschaftler, Künstler und Gelehrte in der Alhambra aufhielten. Ein heute immer wieder auftretendes Problem konnte über Jahrhunderte der Herrschaft friedlich gelöst werden: Das Zusammenleben von Menschen verschiedener Religionen. Muslime, Christen und Juden verstanden es, mit Toleranz und Verständnis Haus an Haus zu leben. Erst die christliche Reconquista Zwischen 1212 und 1492 beendete die arabische Herrschaft in Andalusien und Granada.
Allabendlich, wenn die Gärten des Generalifen und die Mauern der Alcazaba rötlich zu strahlen beginnen, versteht der Besucher, warum dieser Platz so wundervoll ist. Den ganzen Tag strahlt dort das Sonnenlicht und Lorbeerbäume und Palmen spenden den Touristen wohltuenden Schatten. Und im Hintergrund wacht die prächtige Bergkette mit ihren Schneekuppen der Sierra Nevada. Wer genauer hinsieht, erkennt die überaus feinen Ornamente an dem Palast. Höhepunkte eines Besuches sind der Löwenhof und die reich dekorierten Fliesenräume.
Neben der Alhambra, die übrigens zum UNESCO Weltkulturerbe gehört, hat die Stadt noch einige andere Sehenswürdigkeiten zu bieten. Im Zentrum steht die Kathedrale aus der Renaissance. Daneben besitzt Granada ein archäologisches Museum, eine Sternwarte und einen Wissenschaftspark. In der Universität der Stadt studieren junge Menschen aus verschiedenen Nationen. Die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz, die noch von dem „Goldenem Zeitalter“ zehren kann, präsentiert sich immer noch multikulturell.
Die Verantwortlichen sind sich sicher: nicht nur Granada, sondern auch die Costa del Sol soll für den »Qualitätstourismus« fit gemacht werden – inklusive dem Hinterland. Die Voraussetzungen dafür sind sehr gut, denn im bergigen Landesinneren zieht die Natur sämtliche Register. Hier begegnen sich Fauna und Flora Europas und Afrikas, brüten Königsadler, leben Luchse, weiden wilde Pferde und rasten tausende Zugvögel. Blühende Sonnenblumenfelder und Ölbaumplantagen erstrecken sich im Sommer zwischen dem Meer und den Hügeln der Sierra, die eine Gipfelhöhe von 3.400 m erreicht.
Auch die kleinen, von Orangenbäumen umgebenen Bergorte, zeigen ihren speziellen Charme. Alles geht sehr langsam von statten – vom geschäftigen Treiben der Touristenorte ist hier nichts zu spüren. Lassen sie sich auf dieses Abenteuer ein. Es lohnt sich! |
17.05.08 |
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