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Luzern - die Leuchtenstadt am Vierwaldstättersee |
Luzern, die Hauptstadt des gleichnamigen Kantons, liegt eingebettet in ein Bergpanorama am Vierwaldstättersee und wird auch als das Tor zur Zentralschweiz bezeichnet. Die geographische Lage als Verkehrsknotenpunkt an der Nord-Süd-Achse, am Übergang vom Mittelland zu den Alpen und am Tor zur Innerschweiz, aber auch die einzigartige landschaftliche Schönheit der Umgebung, prägen seit jeher Geschichte und Entwicklung der Stadt. Luzern ist mit 60.000 Einwohnern die achtgrößte Schweizer Stadt. Rechnet man die Bevölkerung der Agglomeration dazu, die baulich mit der Stadt verwachsen ist, dann verdreifacht sich die Zahl.
Dank ihrer Sehenswürdigkeiten, der nahen Ausflugsberge Pilatus, Rigi und Stanserhorn und der attraktiven Lage am See ist die Stadt bei inländischen aber vor Allem ausländischen Gästen sehr beliebt. Jährlich besuchen bis zu 5 Millionen Urlauber, Gruppen wie Individualreisende, Luzern, manchmal auch nur als Zwischenstation bei einer Fahrt durch die Schweiz. Amerikaner machen rund 18% aller Übernachtungen aus. Aus Europa ist Deutschland mit einem Marktanteil von 10 % vor Grossbritannien mit 7,5 % in der Statistik vertreten. Aber auch immer mehr Asiaten schätzen den Flair von Luzern und besuchen bei einem Schweizurlaub die Leuchtenstadt.
Das Luzerner Stadtbild prägt die gedeckte, mittelalterliche Kapellbrücke, die mit ihren Giebelgemälden als eine der ältesten überdachten Holzbrücken Europas gilt. Historische, mit Fresken geschmückte Häuser umsäumen in der autofreien Altstadt malerische Plätze wie etwa den Weinmarkt. Tradition und Moderne stehen in Luzern nahe beieinander, denn die Stadt hat sich auch im innovativem Design einen Namen gemacht. Zu den architektonischen Höhepunkten gehört das futuristische Kultur- und Kongresszentrum des französischen Stararchitekten Jean Nouvel.
Obwohl schon zu römischen Zeiten Siedlungen bekannt und im 8. Jahrhundert Klosteranlagen vorhanden waren, wird die Geburtsstunde Luzerns auf Ende des 12. Jahrhunderts datiert, als man sich von der Herrschaft der Habsburger lösen konnte. Aber erst durch einen Bund zwischen Luzern und den drei Waldstätten Uri, Schwyz und Unterwalden, zu dem später noch Zürich, Bern und Zug hinzukamen, konnte eine richtige Selbstständigkeit, der Grundstock für die Eidgenossenschaft war, erreicht werden. Luzern wäre wahrscheinlich auch Hauptstadt der Schweiz geworden, wenn man nicht als Kanton 1848 gegen die Bundesverfassung gestimmt hätte. Heute sehen die Luzerner die verpasste Führungsrolle nicht mehr so eng. Schon Mitte des 19. Jahrhunderts unternahm die Stadt Anstrengungen, um den Fremdenverkehr zu fördern und Luzern als idealen Ausgangspunkt vieler Ausflüge zu den Höhepunkten der Zentralschweiz zu etablieren. Der aus vielen Armen und Buchten bestehende Vierwaldstättersee ist den Luzernern heilig. Seinen Namen hat der See, der 114 km2 groß und bis zu 214 Meter tief ist, von den vier angrenzenden Waldstätten: den Kantonen Uri, Unterwalden, Schwyz und Luzern. Hier hat man ganzjährig eine Vielzahl von Erlebnis- und Ausflugsmöglichkeiten - ob an den Promenaden der Seeorte, auf dem Wasser mit einer Bootsfahrt oder bei einer Bergwanderung mit herrlichen Blicken auf den Vierwaldstättersee.
Luzern wird auch als Stadt der Brücken bezeichnet. Die 1365 erbaute Kapellbrücke und der Wasserturm sind das Wahrzeichen und eine die bedeutendsten Touristenattraktionen Luzerns. Die Brücke, in deren Giebel sich 111 dreieckige Gemälde mit den wichtigsten Szenen der Schweizer Geschichte befinden, verbindet die durch die Reuss getrennte Alt- und Neustadt (mindere Stadt). Sie ist die älteste und mit 204,70 Metern die zweitlängste überdachte Holzbrücke Europas. Durch einen Brand am 18. August 1993 wurden ein Grossteil der Brücke und 78 Bilder zerstört. Nach einer umfangreichen Restauration konnte sie allerdings im Folgejahr wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Die zweite Holzbrücke Luzerns, die Spreuerbrücke, ist um 1408 entstanden Sie besitzt ebenfalls einen Bilderzyklus, u.A. 65 Tafeln von Caspar Meglinger mit dem berühmten Totentanz aus dem 17. Jahrhundert. Luzern ist aber auch die Stadt der Plätze, Paläste und Kirchen. Auf dem Weinmarkt wurden im Spätmittelalter die Osterspiele aufgeführt. Auf dem Kornmarkt errichtete die Stadt um 1370 ein öffentliches Kaufhaus. Es diente auch als Kornhaus und wurde später zum Rathaus umgebaut. Auch Kapellplatz, Hirschen-, Mühle- und Franziskanerplatz haben noch Reste ihres historischen Cachets bewahrt. Hofkirche, Rathaus und Ritterscher Palast sind wichtige Denkmäler der Spätrenaissance, während die Jesuitenkirche zu den bedeutendsten Barockkirchen zählt. Die Franziskanerkirche gilt als die schönste gotische Kirche der Innerschweiz.
Oft hört und liest man von Luzern als "Leuchtenstadt". Dieser Name geht auf ein Leuchtenwunder zurück. Laut einer alten Legende hat nämlich ein Engel den ersten Bewohnern von Luzern mit einem Licht die Stelle gewiesen, wo sie St. Nikolaus, den Patron der Fischer und Schiffsleute, zu Ehren eine Kapelle errichten sollten.
Wie man die Stadt auch nennt, sie ist jedenfalls einen Besuch wert. Wer einmal in Luzern einen Blick auf die Brücken oder die umliegenden Berge genossen hat, wird mit Sicherheit wiederkehren. Die Eidgenossen haben auf jeden Fall mit Luzern eine Stadt mit Geschichte und Flair, die in der Schweiz sicher einzigartig ist. Hier finden Sie weitere Bilder zu Luzern. |
6.02.09 |
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