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Stockholm – Inselstadt im Schärengarten |
Stockholm ist zwar schon mehr als 700 Jahre alt, aber offiziell zur Hauptstadt von Schweden wurde sie erst im Jahre 1634. Heute ist sie nicht nur Sitz des Parlaments und der Regierung, sondern auch das Finanz- und Wirtschaftszentrum des Landes. In eindrucksvoller Lage, dort wo sich der Mälarsee und die Ostsee miteinander vermischen, breitet sich Stockholm über 14 Inseln aus, die 40 Brücken miteinander verbinden. Die verschiedenen Inseln und Viertel gleichen sich oft so wenig, dass sie wie eine Reihe nur entfernt miteinander verwandter Miniaturstädte wirken. Jeder Bezirk hat seinen eigenen Charakter – Skeppsholmen zum Beispiel beherbergt zahlreiche faszinierende Museen, auf der Insel Djurgarden einem ehemaligen königlichen Jagdgebiet, lassen sich schöne Waldspaziergänge unternehmen oder Vergnügungsparks besuchen, und im Inselvorort Lidingö kann man den prachtvollen Skulpturengarten des bekannten Bildhauers Carl Milles besichtigen.
In der Altstadt (Gamla Stan) von Stockholm wird die Vergangenheit von Stockholm lebendig. Von dieser kleinen Insel – genau genommen sind es drei – im Herzen der Stadt nahm Stockholms Geschichte vor 700 Jahren ihren Ausgang. Die Sträßchen mit dem Kopfsteinpflaster und den verwinkelten Gassen folgen dem mittelalterlichen Bauplan und sind so eng, dass die Hausgiebel fast zusammenstoßen.
Das Königsschloss (schwedisch: Kungliga Slottet) im nördlichen Teil von Gamla Stan mit seinen 608 Räumen wurde Anfang des 18. Jahrhunderts im italienischen Barockstil errichtet. Im Königsschloss sind die Schatzkammern mit den Reichsinsignien und der Königskrone, das Schlossmuseum mit den mittelalterlichen Kunstgegenständen, die Rüstkammer (schwedisch: Livrustkammaren) mit der Sammlung von Kutschen, Waffen und Gewändern, und das Antike Museum mit den klassischen Skulpturen, die Gustav III aus Italien geholt hatte, untergebracht. Am äußeren Schlosshof findet täglich um 12 Uhr Mittags eine Wachablösung mit musikalischer Untermalung statt.
Südwestlich vom Königsschloss befindet sich die Große Kirche (schwedisch: Storkyrkan). Die Domkirche und zudem die älteste Kirche von Stockholm aus dem 13. Jahrhundert, ist außen im Barock- und innen im Gotikstil gebaut. Im Innenraum kann man das pompöse Standbild des heiligen Georg mit dem Drachen (aus dem Jahre 1489) von Bernt Notke aus Lübeck bewundern, dass ein Symbol des schwedischen Freiheitskampfes gegen Dänemark ist.
Von Gamla Stan gelangt man über die Brücke Norrbro zu Stadtteil Norrmalm, der das Zentrum von Stockholm (Stockholm City) ist. Hier ist das Geschäfts-, Banken-, Einkaufs- und Vergnügungszentrum der Metropole und die beliebtesten Geschäftsstraßen tragen Namen wie Vasagatan, Drottninggatan, Hamngatan, Kungsgatan und Stureplan. Das Rathaus von Stockholm (schwedisch: Stadshuset) liegt auf Kungsholmen, westlich des Stadtzentrums. Entworfen von Ragnar Östberg, erhebt sich der 1923 vollendete Komplex wuchtig, aber wohlproportioniert am Ufer des Mälarsees. Die mächtige rote Ziegelfassade und der viereckige, von drei goldenen Kronen überdachte Turm, die schwarzen Granitreliefs, Säulen und Bogen – alles ist harmonisch zu einem großen Ganzen zusammengefasst. Die Highlights des Rathauses sind der Goldene Saal mit seinen wunderschönen Mosaiken, der riesige glasüberkuppelte Blaue Saal, in dem die Bankette anlässlich der Verleihung der Nobelpreise stattfinden, und die Prinzengalerie mit Wandgemälden des schwedischen Prinzen Eugen. Auch ein Blick vom 105 Meter hohem Turm des Rathauses auf die Bezirke Gamla Stan und das Stadtzentrum ist überaus empfehlenswert.
Die große Insel Djurgarden, die einst als königliches Jagdgelände diente, ist auf jeden Fall einen Abstecher wert, denn sie ist voller Naturschönheiten. Es locken kilometerlange Waldwege, ein prächtiger Eichenwald, im Grünen versteckte Statuen, Cafés und Restaurants und einige der bedeutendsten Museen von Stockholm. Im Wasamuseum (schwedisch: Vasamuseet) dem berühmtesten Museum Schwedens, kann man eines der ältesten identifizierten Wracks der Welt, die Vasa, besichtigen. Das Kriegsschiff kenterte und sank 1628 kurz nach Antritt seiner Jungfernfahrt im Stockholmer Hafen. Und dort ruhte es, bis es 1956 schließlich entdeckt und fünf Jahre später gehoben werden konnte. Außer dem gut erhaltenen, reich geschmückten Rumpf wurden über 24.000 Gegenstände, einschließlich hunderter von Holzschnitzereien, geborgen. Die wieder erstandene Vasa hat am Galärvarvsvägen ihr eigenes, luftiges Museum bezogen, wo die Besucher sie auf verschiedenen Ebenen inspizieren können.
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3.05.10 |
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