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Wir wandern zu einer Stana - Schäferei in Rumänien (Seite 12/13) |
11. Tag / 01.07.07Wanderung zu einer SchäfereiAm letzten Tag unseres Aufenthaltes in Botiza unternahmen wir eine Bergwanderung zu einer von Hirten betreuten Schaf- und Ziegenherde (Stana).
Die Schäferei ist in Rumänien eine in allen Details gut durchorganisierte Unternehmung. Fünf bis sechs Schafherden (Botei) bilden eine Stana, die bis Juni in Dorfnähe bleibt. Erst im Sommer gehen die Hirten mit den Tieren, aus verschiedenen Höfen kommend, auf die Alm und verbringen dort den Sommer in einfachen Holzhütten. Der Bauer mit der größten Schafherde erhält den Auftrag, die Stana zu betreuen und regelmäßig auf der Alm nach dem Rechten zu sehen. Eine Botei wird von einem erfahrenen Hirten (Baciu) geleitet, dem drei Schäfer (Hirte, Gehilfe und Lehrling) zur Seite stehen.
Obwohl der Aufstieg bei 30 Grad recht steil und beschwerlich war, konnten wir uns an der herrlichen Landschaft mit den tollen Ausblicken auf Botiza nicht sattsehen. Die Unterhaltung mit Vasile, der leider kein Englisch konnte, lief trotzdem passabel dank Hände und Füße und eines kleinen Wörterbuches. Auf dem Weg nach oben zeigte er auch das Haus seines Großvaters, bei dem er als Kind oft gewesen ist.
Pavel, ein junger Mann in den Dreißigern und der Oberhirte der Stana, begrüßte uns mit einem herzlichen Lächeln. Von seiner Holzhütte hatte man einen tollen Blick ins Tal, wirklich ein Ort zum längeren Verweilen. Die Wartezeit, bis die Hirten mit den Tieren von der Alm zum Melken kamen, verbrachten wir mit einer von Pavel zubereiteten kleinen Zwischenmahlzeit. Er zeigte uns, wie Maisgries in einem Topf über offenem Feuer zu einer Mamaliga (Polenta) erhitzt wird. Hierzu aßen wir leckeren Weich- und Hartkäse (Urda und Branza) aus eigener Produktion.
Das helle Läuten der Glocken aus der Ferne kündigte endlich die Ankunft der Herde an. Angeführt von drei prächtigen Hunden, strömten über 200 Schafe und Ziegen in das Gatter. Jetzt waren die Hirten gefragt - das zweimal täglich stattfindende Melken stand nun an. Durch eine Bretterwand mit zwei Schlitzen schlüpfte nach und nach jedes Tier zu Melkstelle mit dem Eimer. Nach und nach wurden so alle Tiere Ihrer Milch entledigt, eine Prozedur die über eine Stunde gedauert hat.
Voller schöner Eindrücke verliessen wir die Stana, jedoch nicht ohne vorher dem sehr zuvorkommenden Oberhirten Pavel als Dankeschön eine kleine Aufmerksamkeit in Form Klaus Baseballkappe zu schenken.
Um das herrliche Wetter noch ein bißchen auszukosten, unternahmen wir nach Rückkehr in den Ort noch eine zweite Wanderung auf den großen Hügel oberhalb der Kirche. Dort sassen wir dann stundenlang und genossen den langsam ausklingenden Tag in vollen Zügen.
Reisebericht Rumänien Flug Cluj-Napoca Unterkunft Obcina Sacel Mit der Dampflok durch das Wassertal Ferienhaus Botiza Fahrradtour Maramures |
2.07.07 |
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