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Wandern in Rumänien - Ruthenendorf Obcina (Seite 4/13)

Heute steht die Wanderung in das Ruthenendorf Obcina auf über 1000 m Höhe auf unserem Programm. Die Ruthenen gehören zur Minderheit der im Norden Rumäniens lebenden Ukrainer, die sich ihre ethnischen Besonderheiten wie Sprache und überlieferte Kultur bewahren konnten. Die kleine Siedlung in den Bergen besteht aus 8 sehr kinderreichen Familien und unser Besuch galt speziell der Familie des Böttchers Stefan Cut, die als einzige Familie auch die schweren Wintermonate dort oben verbringen und nicht wie die anderen Bewohner ins Tal nach Poienile de sub Munte hinabsteigen.

 

Weiterführende Links
Mit einer handgemalten "Schatz" Karte ausgestattet, machten wir uns vormittags von Björns Grundstück auf, den Ruthenen einen Besuch abzustatten. Für die ca. 15 km lange Wegstrecke
Wir suchen den richtigen Weg
mit rund 400 m Höhenunterschied waren ca. 3 Stunden angesetzt und obwohl wir uns die Wegbeschreibung sehr genau erklären ließen, verliefen wir uns hoffnungslos. Doch sollten wir den ungewollten Abstecher nicht bereuen.

Wir erlebten an diesem Tag eine lieblich anmutende Landschaft in Rumänien wie aus einem Bilderbuch. Die wild wuchernden Wiesen, deren Halme im Wind wellenförmige Gebilde formten oder einfach nur die Stille, waren ein Genuss.

Endlich nach einer ca. 5 Stunden langen Wanderung wähnten wir uns am Ziel. Eine Bergsiedlung tauchte auf, doch sollte unser Ziel noch in weiter Ferne liegen, denn wir waren im falschen Dorf angekommen. Obcina lag genau auf der anderen Bergseite. Zu allem Übel überraschte uns noch ein Gewitter und Gott sei dank war der nächste Heuschober nicht weit, der uns für die nächste Stunde sicheren Unterschlupf bot. Die Zeit lief uns davon und wir überlegten ernsthaft, wieder ins Tal hinab zu klettern, ohne der Familie Cut einen Besuch abgestattet zu haben.

Maramures im Nebel
Wir entschieden uns jedoch fürs Weitergehen und wurden für unseren Mut mehr als belohnt. Der unmittelbare Zugang nach Obcina über einen Bergkamm war in Nebelschwaden gehüllt und hatte eine unglaublich mystische Stimmung, die kaum in Worte zu fassen ist. In Obcina angekommen mussten wir uns arg sputen, denn die fantastischen Nebelfetzen wurden immer dichter und dichter. So verteilten wir geschwind die Geschenke an die Kinder, die uns umringten und ließen uns von ihnen zur Familie Cut leiten. Der Hausherr Stefan Cut war leider noch auf dem Feld beschäftigt, aber seine Frau Hafiia lud uns in ihr recht spartanisch eingerichtetes aber gemütliches Haus ein, das nur aus einem Raum bestand.

 TIPP:
Nehmen Sie kleine Geschenke (Spielzeuge oder Süßigkeiten) für die zahlreichen Kinder mit. Die Freude wird groß sein!

Im Ruthenendorf Obcina
Nun musste es wirklich sehr schnell gehen, der Abstieg zum Hauptweg glich einer matschigen Rutschpartie. Dafür war die Freude umso größer, als wir kurze Zeit später die Kreuzung erreichten, an der wir auf dem Hinweg den falschen Weg eingeschlagen haben.

Völlig erschlagen aber auch sehr glücklich erreichten wir unsere Pension und genossen zum Abschluss des Tages einen mitreißenden von Björn Reinhardt gedrehten Dokumentarfilm über das im Norden von Rumänien gelegegene Ruthenendorf Obcina und insbesondere die Familie Cut, die wir heute so fluchtartig verlassen mussten.


Erkenntnis des Tages: Träume werden wahr!

22.06.07