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Große Rundfahrt durch Maramures (Seite 7/13) |
6. Tag / 26.06.07Große Rundfahrt durch die MaramuresHeute hieß es früh aufstehen, unser liebenswerter Gastgeber Björn wollte uns ein paar besondere Highlights aus der Region Maramures zeigen.
Über Bocicoel und Bogdan Voda fuhren wir zuerst nach Ieud, und besichtigen dort die älteste orthodoxe Holzkirche in der Maramures. Das auf einem Hügel liegende Gotteshaus wurde 1364 erbaut und glänzt mit über 300 Jahre alten Wandmalereien. Ins Auge stach das schöne Gesicht des Gottvaters, aber auch der mit einer Sense bewaffnete Tod durften in dieser illustren Runde nicht fehlen. Die fachkundige und redselige Pfarrersfrau erklärte uns sehr ausgiebig die einzelnen Wandbilder und auch wenn wir uns diese Geschichten nicht merken konnten, so waren wir doch begeistert von der Vielfalt dieser Werke.
Eine Begegnung der herzlichen Art erfuhren wir an der aus dem 18. Jahrhundert erbauten katholischen Kirche "Biserica din Ses" in Ieud. Susana, eine ältere Dame, sperrte uns die Eingangstür auf. Wir waren uns direkt sehr sympathisch und nach einer kurzen Plauderei umarmte sie uns ungestüm und gab uns Liebe und Segen mit auf unseren Weg. Wir mussten ihr versprechen, unserem ersten Kind ihren Namen zu geben und es in dieser Kirche taufen zu lassen.
Und schon ging es weiter nach Poienile Izei. D er Besuch von Maria, einer allein stehenden Dame, die noch recht rüstig daherkam, stand auf unserem Programm. Bei ihr konnten wir uns ein Bild vom Wohnen der Menschen in dieser Region machen. Beeindruckend waren neben der für uns eher kargen und spartanischen Einrichtung, (Holzofen, Tisch und Bett) die kunterbunten Wände, die mit schönen Wolldecken geschmückt waren.
Unser Mensch des Tages war zweifelsohne Grigore, ein 81jähriger Mann, der in einer Holzhütte (ohne Strom und fließendes Wasser) außerhalb einer Besiedlung an einem Fluss wohnt. Der ca. 1,40 m große Mann beeindruckte uns mit seiner Bescheidenheit und Gottesfürchtigkeit. Bis auf den wöchentlichen Besuch der Messe lebt dieser Mann mit einer Katze sein Eremitendasein, in das kaum ein Außenstehender einzudringen vermag. Wir hofften während des kurzen Besuchs, dass ihm unsere vermeintlich nützlichen Geschenke, eine neue Lesebrille und ein Taschenmesser, eine kleine Freude bereiteten. Björn mussten wir versprechen, diesen Ort geheim zu halten, um eventuelle unerwünschte Besucher fernzuhalten.
Der anschließende Besuch einer riesigen Klosteranlage in Barsana konnte uns dann nicht recht begeistern. Zu frisch waren die Eindrücke, die Grigore innerhalb von Minuten hinterlassen konnte.
Eine Reifenpanne durfte an so einem Tag natürlich auch nicht fehlen und wurde sehr schnell behoben, so dass der Besuch der letzten Sehenswürdigkeit des "lustigen Friedhofs" in Sapanta nicht ausfallen musste.
Sapanta liegt direkt an der ukrainischen Grenze und ist ein traditionsreiches Zentrum der rumänischen Kultur. Die meisten Touristen kommen allerdings nur wegen des ungewöhnlichen und einmaligen Friedhofs. Bereits im Eingangsbereich fielen uns die tiefblauen, mit leuchtenden Farben angemalten Kreuze auf. Beim genauen Betrachten erkannten wir auf den Gedenktafeln aus Eichenholz persönliche Darstellungen der Toten; entweder den Beruf oder die Umstände des Todes. Erfinder dieser Idee war der Holzschnitzer Ion Stan Patras, der bis zu seinem Tode an der Verschönerung dieser Stätte arbeitete. Herausgekommen sind Werke, die die Lebensfreude, den Humor und die bildreiche Sprache der Menschen aus der Maramures widerspiegeln.
Zum Abschluss eines emotionsreichen Tages schauten wir noch im Pavillon einen von Björn gedrehten Dokumentarfilm über unseren gottergebenen Grigore und konnten es nicht glauben, dass wir Ihn tatsächlich kennenlernen durften.
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25.06.07 |
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