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Fahrradtour nach Ieud / Rumänien (Seite 9/13)

8. Tag / 28.06.07

Fahrradtour nach Ieud

Um den neuen Aufenthaltsort besser kennen zu lernen, entschieden wir, Mountainbikes (5,- €/Person/Tag) auszuleihen.

 

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Fröhliche Octi auf dem Radl
Um den neuen Aufenthaltsort besser kennen zu lernen, entschieden wir, Mountainbikes (5,- €/Person/Tag) auszuleihen. Bei sonnigem Wetter packten wir unsere Rucksäcke mit unserem täglichem Bedarf und radelten hinab ins Tal. Die erste Etappe von 11 km nach Sieu war sehr malerisch und beinahe ohne Verkehr. Es blieb viel Zeit für das Schauen links und rechts der geteerten Straße auf die frisch gemähten Wiesen. Obwohl die Hauptarbeit auf dem Feld schon erledigt war, sah man hier und da noch Männer und Frauen das Heu bearbeiten.

Ab Sieu wechselten wir auf die viel befahrene Landstraße Nr. 186, die quer durch das Izatal nach Sighetu führt. Jetzt hieß es tapfer sein, denn die Rumänen neigen zum Rasen und das ständige Gehupe und die überaus knappen Überholvorgänge konnten einem schon Angst machen. So waren wir froh, endlich die Abbiegung nach Ieud erreicht zu haben.

Typisches Tor in Rumänien mit drei Frauen
Kaum im Ort angekommen, bildeten sich am Himmel schwarze Wolken und ein kurzer, heftiger Regenschauer ging nieder, der uns eine angenehm kühle Luft bescherte. Nach der Regenpause und einem kurzen Nickerchen ließen wir uns durch das sehr traditionell anmutende Dorf treiben. Uns beeindruckten besonders die typischen Holztore, die Zeugnis einer jahrhundert alten Schnitzkunst in der Maramures sind und als Zierde des Hofes verstanden werden. Das mit einem kleinen Dach (Dranita) gekrönte Tor wird von drei reich verzierten Eichenpfosten gestützt und ist mit alten Regeln der Ornamentik versehen. Es steht für die Grenze der häuslichen Welt zu der gefährlichen Außenwelt und soll böse Kräfte abhalten.

Wie heißt es so schön? "Man sieht sich immer zweimal im Leben". So geschah es heute in Ieud, als wir zufälligerweise an der Holzkirche vorbeikamen, die wir zwei Tage zuvor mit Björn besucht hatten. Eigentlich hätten wir diese sofort erkennen müssen, denn ihre einzigartige Silhouette ähnelte einem riesigen Vogel mit schwarzen Flügeln. Es dauerte auch nicht lange, da stand die Frau wieder mit dem Kirchenschlüssel bewaffnet vor uns: Unsere Susana. Ihre Freude über das Wiedersehen rührte uns und wir folgten neugierig der Einladung in ihr Haus mitzukommen. Dort erwartete uns ein Tuica und selbstgemachte "Berliner".

Die Rückfahrt nach Botiza war dann so anstrengend, dass wir in unserem Ferienapartment eine kleine Ruhepause einlegen mussten. Um 18.30 Uhr wurden wir von Kuhglocken geweckt, die von der Hauptstrasse herüber klangen. Jeden Abend gehen dort die Kühe tatsächlich selbstständig von der Alm hinab ins Tal, wo sie vor dem Haus schon von dem Besitzer erwartet werden. Dieses lustige wie erstaunliche Spektakel sollte sich auch jeden Morgen wiederholen, wenn die Tiere auf die Wiesen außerhalb des Dorfes hinauftrabten.



Frau hängt in einem rumänischen Dorf Wäsche auf Susana und ihr Mann Kühe, die abends alleine von der Alm kommen


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28.06.07