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Oman – Land des Weihrauchs
Der Oman ist durch Öl reich geworden
Seit Jahrhunderten zieren die eingeritzten oder aufgemalten Namen der Schiffe durchreisender Seefahrer die Felswände, die bei Masqat steil ins Meer abfallen. Der Ortsname bedeutet Platz des Fallens. Diesen schroffen schwarzen Felsen hat es Omans Hauptstadt auch zu verdanken, dass sie die kleinste Hauptstadt der Welt blieb – so behaupten es die Omaner. Einst konnte das Land nämlich nur auf dem Seeweg erreicht werden, während heute eine Küstenstraße nach Mutrah führt, wo die meisten Schiffe im Hafen von Mina Qaboos anlegen.

Im Land Oman werden einige Dialekte gesprochen, aber auch die Kleidungsstil ist nicht einheitlich. Praktisch 100 % der Bevölkerung gehören der islamischen Religion an. Die genaue Einwohnerzahl lässt sich schwer ermitteln; nach offiziellen Angaben beträgt sie knapp zwei Millionen. Staats- und Regierungsoberhaupt ist der Sultan, der den Anschluss an das 20. Jahrhundert finden und gleichzeitig alte Traditionen aufrechterhalten möchte. Erziehungs- und Gesundheitswesen, Straßen- und Fernmeldeverbindungen und die Diversifizierung der Wirtschaft sind die Hauptanliegen seiner Politik. Seit 1987 können auch Touristen die Schönheit des Landes entdecken.

Das Hauptstadt-Gebiet Masqat (Muscat) besteht eigentlich aus drei Städten, die durch Bergrücken voneinander getrennt sind. Masqat ist das alte Hafengebiet, Mutrah im Nordwesten zentrales Handelsviertel und wichtigster Landeshafen, während Ruwi sich erst in der letzten Zeit zu einem modernen Handels- und Verwaltungszentrum entwickelt hat.

Der Al-Alam-Palast in Muscat
Masqat (Muscat) ist seit Ende des 18. Jahrhunderts Hauptstadt, kann sich jedoch wegen der schwarzen Berge, die es von drei Seiten her einengen nicht weiter ausdehnen. Die ummauerte Stadt besitzt vier Tore, die heutzutage der Regelung des Verkehrs dienen. Das größte Tor, Bab al-Kabir, ist für die Einfahrt bestimmt. Bab al-Waljat für die Ausfahrt, Bab al-Mathaib für Lastfahrzeuge und Bab al-Saghir für Fußgänger und Esel. Im Osten und Westen wird Muscat von je einer Festung bewacht, die die Portugiesen im späten 16. Jahrhundert auf arabischen Grundmauern errichten ließen. Damals war die Stadt nur vom Meer her zugänglich und die gedrungenen Steinbauten machten den Hafen fast uneinnehmbar. Noch bis 1970 wurde die Schließung der Stadttore jede Nacht von beiden Türmen aus von Böllerschüssen begleitet. Die Anlagen werden von Polizei und Armee genutzt und sind daher nicht allgemein zugänglich. Fort Jalali im Osten diente bis ins 20. Jahrhundert als Gefängnis. Im Fort Mirani, wo noch ein paar alte Bronzekanonen stehen, ist die königliche Garde untergebracht. Besonders reizvoll sind in Muscat die osmanischen Häuser in ihrer Mischung aus arabischer, indischer und portugiesischer Bauweise mit kunstvoll geschnitzten Türen und hohen Mauern. Eines der schönsten Häuser in Masqat ist Beit Fransa, die ehemalige französische Botschaft, die in der Nähe des Haupttors liegt.

 


Obwohl ebenfalls von Bergen umgeben, hat Mutrah mehr Raum zur Ausdehnung als Muscat. Die sich um die Bucht windende Küstenstraße, die Corniche, zeugt vom Fortschritt: moderne Banken- und Bürogebäude wechseln ab mit traditionellen Häusern in osmanischem und indischem Baustil. Hauptanziehungspunkt für Touristen ist der Suk (Souk), wo eine unüberschaubare Fülle prächtiger Stoffe aus Indien feilgeboten wird und wo sich Früchte und Gewürze zu Bergen auftürmen. Auch der alte Fischmarkt am Dhau-Hafen hat regen Zulauf. Hier fallen besonders die Muschelhändler auf.

Viele Dienstleistungseinrichtungen, die in Mutrah und Masqat keinen Platz mehr fanden, befinden sich in Ruwi. In den Straßen der Stadt drängt sich ein außergewöhnliches Völkergemisch. Das Wahrzeichen von Ruwi ist übrigens unübersehbar der Uhrturm, besonders nachts, wenn eine Seite als überdimensionaler TV-Bildschirm dient. Das Fort Beit al-Falaj etwas nördlich des Stadtzentrums wurde Ende des 18. Jahrhunderts als Sommerresidenz für den Sultan errichtet. Nun befindet sich hier das Museum der Streitkräfte des Sultans. Es verfolgt die Geschichte des Oman von vorislamischen Zeiten bis zur jüngsten Vergangenheit mit der Niederschlagung der Aufstände im Jebel Akhdar und in Dhofar.

Forts am laufenden Band - die Geschichte von Oman ist in den Steinen und Lehmziegeln der Verteidigungsbauten, den sogenannten Forts festgehalten und sprichwörtlich überall allgegenwärtig.  Die interessantesten Forts findet man in den Ortschaften Al-Hazm, Rustaq, Qalat al-Kesra, Nizwa, Bahla, Fort Jabrin, Al-Hamra, Misfah und Sohar.

Strand von Salalah
Etwa 1000 Kilometer südwestlich von Masqat liegt am Indischen Ozean die palmengesäumte Hauptstadt der Provinz Dhofar und zweitgrößte Stadt von Oman, Salalah. Salalah einst ein wichtiger Hafen – von hier aus wurde schon immer der auf den umliegenden Hügeln angebaute Weihrauch exportiert - ist eine moderne Stadt, die sich viel arabische Eigenart und Charme bewahrt hat. Kleine weiße von Bougainvilleen umrankte Häuser stehen unmittelbar neben Bürotürmen, in Suks und Geschäften wimmelt es von Touristen, und die ältesten und neuesten Moscheen erheben sich stolz Seite an Seite. Die von Kliffen geschützte Küste wartet mit einigen herrlichen Stränden auf, deren blendend weißer Sand, laue Fluten umspülen. Dank der Monsunregen ist die Küste auch im Sommer verhältnismäßig kühl und grün, während das übrige Land unter drückender Hitze leidet.

 


Der Jebel Qara nördlich von Salalah ist Heimat der Jebali, der Bergbewohner mit ihren großen Kamel- und Viehherden. Vereinzelte Palmengruppen lassen auf Ansiedlungen schließen; zerfallene Wachttürme ragen von Felsvorsprüngen wie krumme Finger in den Himmel. Familien bebauen das Land mit von Ochsen gezogenen Pflügen; uralte falaj-Kanäle bewässern Zwiebel- und Knoblauchfelder, Palmenhaine und Obstgärten mit Kirsch- und Zitronenbäumen.

Die Gegend von Thumrait, weiter nördlich über die Berge, ist bekannt für ihre wunderbare Wüstenlandschaft, durch die sich das lange schwarze Asphaltband der Straße nach Mosqat zieht. Obwohl das Land öde und leer scheint, leben hier die Harasi, ein alter Beduinenstamm, der vermutlich aus Äthiopien kommt und eine eigene Sprache spricht. Noch weiter landeinwärts liegt, auf Saudi-Arabien übergreifend, die legendäre Wüste Rub al-Khali – dieses „Leere Viertel“ ist eine Mondlandschaft aus Dünen, spärlichen Dornbüschen und Felsen, die nur der abgehärtete Beduine und die bestausgerüstete Expedition durchqueren kann.

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23.05.10