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Tirol - eine Region wo die Berge zuhause sind |
Eine Reise nach Nordtirol scheint immer den gleichen Grund zu haben: Wandern und Klettern in den schönen österreichischen Bergen. Mit Stolz begegnen die Tiroler ihren Gästen, denn sie zeigen und erklären gerne ihre Welt, die Bergwelt. Wundern Sie sich also nicht, wenn ihnen am 1. Tag schon die Frage gestellt wird, wann die Tour beginnt und wohin es geht.
Das ausgeprägte Selbstbewußtsein der Tiroler, die gerne den patriotischen Satz von sich geben: "Bist Du ein Tiroler, bist du ein Mensch", ist in der Geschichte begründet. Kaiser Maximilian I. legte 1511 eine sogenannte Landlibell (auch Verteidigungsdoktrin) fest, in dem die Tiroler zur Selbstverteidigung verpflichtet und im Gegenzug von kriegerischen Beteiligungen außerhalb des Landes befreit wurden.
Das Gebiet erstreckt sich genau genommen vom Westen Österreichs bis hin in den Norden Italiens. Die Trennung der ehemals unter Habsburger Regentschaft unterstellten Region erfolgte nach dem 1. Weltkrieg. Zuvor wehrten sich die "Tiroler Schützen" unter Anführer Andreas Hofer mehrmals erfolgreich gegen eine Besetzung, u. A. gegen Frankreich und Bayern. Der Friedensvertrag von Saint Germain im Jahre 1919 und die Spaltung Tirols trugen nicht gerade zu einer Verbesserung der Beziehungen zu Italien bei.
Das zur Alpenrepublik gehörende Nord- und Ostirol mit seinen majestätischen Gipfeln, den wilden Taleinschnitten und den massiven Gebirgsstöcken hat schon immer eine Faszination auf Bergsteiger ausgeübt. Dabei ist es nicht unbedingt erforderlich, einen 3.000er Berggipfel zu erklimmen, um eine Panoramaaussicht zu erhalten.
88 Prozent der gesamten Landesfläche von knapp 12.500 km² ist bewaldet und trägt deswegen zu Recht den Spitznamen "Land im Gebirge". Egal, in welchem Tal, auf welchem Gletscher oder auf welchem Pass man gerade ist, die Berge sind ständig im Blickfeld. Zu den beliebtesten Wanderregionen gehören u.A. die Lienzer Dolomiten, die Kitzbühler Alpen, die Zillertaler- und Stubaier- sowie die Lechtaler Alpen. Aber auch die Berge auf der italienischen Seite sind gleichermaßen sehenswert. Überhaupt ist die Verbindung der beiden Länder spätestens seit dem Beitritt Österreichs in die EU so gut wie nie.
Die touristische Vermarktung Tirols wird zwar getrennt, aber die Verantwortung für Natur und Tier hört nicht an der Grenze auf. 1991 gelang ein sensationeller Fund im Hochweidegebiet Hauslabjoch im Ötztal, als eine gut erhaltene Gletschermumie aus der Jungsteinzeit (vor ca. 5.300 Jahren) gefunden wurde. Da der Fundort in einem nicht näher definiertem Grenzverlauf lag, beanspruchten Österreich sowie Italien die Mumie. "Ötzi", so der Name des verstorbenen männlichen Jägers, wurde trotzdem weltberühmt und ist heute, nach jahrelanger Diskussion, im Südtiroler Archäologiemuseum in Bozen aufgebahrt.
Mit über 7 Millionen Touristen jährlich ist Tirol, mit 750.000 Einwohnern hinter Niederösterreich und der Steiermark das drittgrößte Bundesland, eines der umsatzstärksten Regionen in Österreich. Doch nur mit Wanderwegen und guter Luft kann man heute die Gästezahlen nicht halten. Mit neuen Trendsportarten und spektakulären Actionabenteuern werden vor allem die immer jünger werdenden Urlauber angelockt. Wildwasserrafting, Bungee Jumping sind nur zwei der Outdoor-Aktivitäten, die immer mehr in Mode kommen. Eines sollte man allerdings bei allem Ehrgeiz beachten: eine vernünftige Ausrüstung und ein ortskundiger, erfahrener Guide sind Pflicht.
Die Tiroler sind sehr gläubig. Zahlreiche kleine Kirchen, einsame Bergkapellen und reich verzierte Basiliken sind Zeugnisse dieser Einstellung. Mancherorts werden Wallfahrten abgehalten und traditionelle Passionsspiele wie z.B. in Erl gefeiert. Wer auch die kulturelle Seite Tirols zu entdecken weiß, der wird mit einer Fülle interessanter Geschichten belohnt. Veranstaltungen wie Theateraufführungen oder Tanzwochen mit historischer Musik lassen das Brauchtum wieder aufleben.
Empfohlene Sehenswürdigkeiten:
- Aguntum
- Domkirche St. Jakob
- Goldenes Dachl
- Hofkirche
- Rattenberg
- Schloss Ambras
- Schloss Bruck
- Silvretta-Hochalpenstraße
- Sölden
- Stams
- Swarovski Kristallwelten
- Umbalfälle
| Beliebte Urlaubsorte:
- Ehrwald
- Fulpmes
- Hall in Tirol
- Igls
- Innsbruck
- Kirchberg in Tirol
- Kitzbühel
- Kufstein
- Reutte
- Scharnitz
- Seefeld in Tirol
- Söll
| Höchste Berge:
- Ortler (3.905 m über Adria)
- Königspitze (3.859 m ü.A.)
- Großglockner (3.798 m ü.A.)
- Monte Cevedale (3.778 m ü.A.)
- Wildspitze (3.770 m ü.A.)
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Es ist erstaunlich, wie die Menschen in der Stadt und auf dem Land sich trotz der steigenden Touristenzahlen und der damit verbundenen Betriebssamkeit treu geblieben sind. Eine Reise in das österreichische Tirol lohnt allemal. Wer allerdings eines der fünf Bergmuseen von Reinhold Messner in den restaurierten Burgen und Schlössern bewundern möchte, wechselt einfach ins italienische Südtirol. |
23.05.08 |
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