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Svalbard / Spitzbergen - nördlichster Vorposten der Zivilisation vor dem Nordpol |
Svalbard auch Spitzbergen genannt ist eine norwegische Außenstation, rund 1.200 km südlich vom Nordpol. Wen es hierhin verschlägt, der hat beruflich mit Forschung zu tun oder ist ein Kreuzfahrer und Fan von wilden und grandiosen Landschaften mit Gletschern und Fjorden.
Der Archipel setzt sich aus mehreren Inseln zusammen, von der die Hauptinsel Spitzbergen mit der Inselhauptstadt Longyearbyen die Größte ist. Das die norwegischen Inseln einmal international bewohnt waren, basiert auf einen Signaturvertrag von 1920, in dem damals das wirtschaftliche Potential Svalbards auch Russland zugänglich gemacht wurde. Die Folge waren Siedlungen wie z.B. Barentsburg mit russischen und ukrainischen Arbeitern, die für den Bergabbau hierherkamen.
Heute gibt es außer Steuervergünstigungen nur wenig Vorteile für ein Leben im Arktischen Ozean. So geht die Mitternachtssonne im Sommer für 4 Monate nicht unter. Eine Sonnenbrille um Mitternacht ist nichts Ungewöhnliches. Die Temperaturen reichen von frisch bis eiskalt und so mancher Bewohner weist darauf hin, daß Krankheitskeime auf Spitzbergen gar nicht vorkommen. Einem Ausläufer des Golfstroms, der mit seinen letzten Verwirbelungen nach Spitzbergen hinaufreicht, verdankt die Insel ihre relative Zugänglichkeit. Versorgungsschiffe pendeln zwischen Mai und November wöchentlich in Richtung Norwegen. Ein Flughafen in der Nähe der Inselhauptstadt steht internationalen Flügen sogar ganzjährig zur Verfügung. In den Monaten Juni, Juli und August wird die Westküste, die etwas milder als die Ostküste ist und deswegen verhältnismäßig erträglich erscheint, von zahlreichen Kreuzfahrtschiffen angesteuert. Neben der Packeisgrenze sind die Fjorde mit ihren Gletschern die Highlights einer Spitzbergenreise. Fast zwei Drittel des gesamten Archipels sind von Gletschern bedeckt, die ständig in Bewegung sind. Je nach klimatischen Verhältnissen stoßen sie weiter zum Meer vor oder ziehen sich in die Täler zurück. Die Berge, die von den eisigen Temperaturen im Winter gezeichnet sind, sind steil und stark zerklüftet. Eine gute Fernsicht vom Schiff ist allerdings nicht gewährleistet. Nebel ist nämlich für die Region typisch, da die warme Meeresströmung auf kalte Polarwinde trifft. Das Radar eines Luxusliners erkennt dagegen die Eisbarriere, die sich bis auf wenige Seemeilen vor die Nordküste Spitzbergens erstreckt, sofort. Das aus gefrorenem Meerwasser bestehende Packeis ist für einige Vogelarten und Seehunde wichtiger Lebensraum.
Ebenfalls im Norden der Westküste befindet sich eine ehemalige Bergwerkstadt, die heute ein wissenschaftliches Forschungszentrum beherbergt. Ny-Alesund war früher der Ausgangspunkt verschiedener Polarexpeditionen, u.A. für Umberto Nobile und Roald Amundsen, dem Ersteroberer des Südpols und Pionier von Luftschifffahrten über der Arktis. Heute erinnert ein Denkmal und Haltemaste für die Luftschiffe oberhalb des Ortes an den Norwerger, der sein Leben bei der Suchaktion zu seinem vermeidlich verschollenen italienischen Freund verlor.
Die Wahrscheinlichkeit, auf Spitzbergen auf einen Eisbären zu treffen, ist ziemlich hoch. Denn auf jeden Einwohner, ca. 3.000, kommt ein Eisbär. Um die Tiere und die nahezu unberührte Natur zu erhalten, hat die Inselverwaltung einen strengen Verhaltens-Katalog aufgelegt und über 50% des Areals zum Naturschutzgebiet erklärt. 3 Nationalparks, 3 Naturreservate und 15 Vogelschutzzonen haben eine Fläche von über 35.000 qkm. Dies ist notwendig, denn schließlich besuchen jährlich über 30.000 Touristen die Insel. Hier finden Sie weitere Bilder zu Spitzbergen.
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25.11.08 |
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