Ipicture Startseite Reiseberichte Deutschland Lebendiges Siebengebirge - Das älteste Naturschutzgebiet Deutschlands
Lebendiges Siebengebirge - Das älteste Naturschutzgebiet Deutschlands
Über 40 Hügel und Berge prägen das 48 Quadratkilometer große und älteste Naturschutzgebiet Deutschlands. Viele Persönlichkeiten der Zeitgeschichte schwärmten bei den romantischen Anblick des Siebengebirges: Franz Liszt, Wolfgang von Goethe, Karl Sinnrock oder Konrad Adenauer.
Weiterführende Links
Aber es ist nicht nur die landschaftliche Vielfalt, die diese rheinländische Region einzigartig macht. Es sind auch die Menschen, die seit vielen Jahrzehnten das Leben hier prägen uns die Tradition vieler Generationen weiterführen.

Wer das Siebengebirge besuchen möchte, kann es per Bahn, Schiff oder über den nahe gelegenen Köln Bonner Flughafen erreichen. Am bequemsten gelangt man über die Autobahn in das Erholungsgebiet.

Dem Gast stehen Unterkünfte in allen Preiskategorien mit unterschiedlichen Freizeitmöglichkeiten zur Verfügung. Fast alle haben jedoch eines gemeinsam: die unmittelbare Nähe zur Natur.

Eine Möglichkeit, die Schönheit des Siebengebirges mit seinen Bergen zu erleben, ist die Teilnahme an der jährlich stattfindenden Wanderungen "Sieben auf einen Streich". Die knapp 28 Kilometer lange Strecke beginnt in Bad Honnef und führt über die höchsten Erhebungen: Drachenfels, Petersberg, Nonnenstromberg, Stenzelberg, Ölberg, Lohrberg und Löwenburg. Auf gut markierten Wegen sind Kontrollpunkte eingerichtet, die jeder Wanderfreund will für einen Stempel in die Startkarte passieren muss.

Die LöwenburgEin beliebter Aussicht im Siebengebirge ist die Löwenburg. Sie ist mit ihren 455 Metern die zweithöchste Erhebung im Siebengebirge. Im Jahre 1247 erstmals urkundlich erwähnt, wurde der ehemalige Sitz der Herren von Löwenburg in den 80er Jahren umfassend freigelegt und restauriert. Die Löwenburg ist heute die einzige in den Grundresten erhaltene Höhenburganlage am Mittelrhein.

Wer sich während des Tagesmarsches erholen möchte, dem bieten sich unterwegs zahlreiche Bänke, Schutz- und Grillhütten sowie Einkehrhäuser zum Rasten an.

Kletterfelsen am StenzelbergAuch sportliche Aktivitäten sind im Naturpark beliebt. Neben Reiten und Radfahrern können geübte Kletterer ihre Fitness am Stenzelberg testen. Dass dabei die Natur erhalten bleibt, hat sich der "Verschönerungsverein für das Siebengebirge" zur Aufgabe gestellt. Der gemeinnützige Verein sorgte für die Erhaltung und den Schutz der einzigartigen Landschaft und ihrer Tier- und Pflanzenwelt.

Der stillgelegte Basaltsteinbruch des Weilbergs gibt einen Eindruck in die vorhandenen Gesteinsformationen des Siebengebirges. Die schwarzen sechseckigen Basaltsäulen, entstanden aus den vulkanischen Ereignissen in der jüngeren Erdgeschichte, fanden Verwendung u.a. als Eisenbahn- und Straßenschotter.

Die geologische Einmaligkeit des Siebengebirges führte bereits 1971 dazu, dass es mit dem Europa-Diplom ausgezeichnet wurde. Mehr über die Geschichte der Region kann man in Siebengebirgesmuseum in Königswinter in den verschiedenen Abteilungen sehen und nachlesen.

Wer sich für die Kultur der Schlesier interessiert, ist in der Begegnungs- und Tagungsstätte Haus Schlesien im Stadtteil Heisterbacherrott willkommen. Das Kulturangebot wird durch regelmäßig stattfindende Ausstellungen und Veranstaltungen bereichert. Zum Beispiel das Stiftungs- und Erntefest, auf dem Trachtengruppen typische Volkstänze aus Schlesien vorführen.

Chorruine HeisterbachZwischen Heisterbacherrott und Oberdollendorf liegt sie unübersehbar an der Straße, die Chorruine Heisterbach. Man kann nur erahnen, wie großartig die architektonische Leistung jener Ziesterzienser-Mönche gewesen ist, eine Abteikirche dieser Größe zu bauen. Auch wenn viele Kriege und Plünderungen in 800 Jahren ihre Spuren hinterlassen haben, wird die Ruine heute von vielen Besuchern aufgesucht.

Von der Margarethenhöhe bergab in Richtung Königswinter erreicht man den wohl zweit berühmtesten Berg der sieben Berge: den Petersberg. Zu einer touristischen Attraktion wurde er bereits Ende des 19. Jahrhunderts, als dort ein Hotel und eine Zahnradbahn errichtet wurden. Hotel Steigenberger auf dem PetersbergIn den darauf folgenden Jahrzehnten galt der Petersberg mit seinem luxeriösen Hotel als Erholungsstätte für Adel und Besserverdienende. Später besuchten Politiker und Könige das mehrmals renovierte Haus, wie der Schah von Persien, die Queen von England oder der damalige russische Generalsekretär Breschnew. Nachdem das Hotel im Jahre 1969 schloss, kaufte die Bundesregierung das Anwesen auf den Petersberg und eröffnete dort 1990 nach einer Totalrenovierung das neue Gästehaus der Bundesrepublik. Wenn keine Staatsgäste in Bonn verweilen, steht das Hotel auch für den Reisenden zur Verfügung.

Blick von der Löwenburg auf BonnDie vielfältigen Möglichkeiten zur Erholung im Naturpark Siebengebirge und in der Umgebung bieten beste Voraussetzungen für einen interessanten Aufenthalt uns zum abschalten vom Alltag. Und wer den Flair und das Angebot der Stadt nicht missen möchte, dem bieten sich Ausflüge in das nahe gelegene Bonn oder nach Köln an.

Auf jeden Fall sehen wir uns: Im lebendigen Siebengebirge.

19.03.03