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Reisebericht Lamu - Kenia

Lamu, eine der ältesten Städte Kenias und mit dem UNESCO Weltkulturerbe ausgezeichnet, liegt auf der gleichnamigen Insel  " Lamu Island"  im Indischen Ozean vor der Ostküste Kenias. Zum Lamu Archipel gehören übrigens auch noch die Inseln Manda und Pate. Lamu ist wirklich besonders, allein durch seine Lage auf einer flachen Sandinsel mit tollen Mangrovenbuchten und den traumhaften Stränden.
Mehr als 95% der Einwohner von Lamu sind gläubige Muslime; somit gehört Arabisch als Sprache hier genauso dazu wie Kiswahili (Suaheli) die Bantusprache der Kenianer.


In Lamu leben an die 15.000 Menschen; die Stadt wirkt ein bisschen verschlafen und nicht touristisch und man könnte sie durchaus als Geheimtipp für den Individualreisenden bezeichnen. Kaum vorstellbar wenn man an die traumhaften Strände denkt, die in der direkten Umgebung von Lamu liegen. Es heißt sie zählen zu den Besten in ganz Kenia. Der Südstrand gar ist ganze 12 Kilometer lang und sehr breit einfach paradiesisch für Strandliebhaber.

Wie in jeder anderen Stadt an der Küste von Kenia sind die  kulturellen Gegebenheiten auch in Lamu zu berücksichtigen - speziell wegen des religiösen Hintergrundes. Was beim Sonnenbaden am Strand oder in der Hotelanlage nicht so wichtig scheint (die Kenianer haben sich bis heute noch nicht an die Freizügigkeit der Europäer gewöhnt), ist beim Bummeln in der Stadt unbedingt zu beachten. Man sollte auf jeden Fall Rücksicht auf die Einheimischen nehmen; konservative Kleidung wird einfach erwartet, die Schultern haben bedeckt zu sein und die Röcke bzw. Hosen sollten immer bis über das Knie reichen. Auch beim Fotografieren gehört zum guten Ton, die Menschen vorher zu fragen, ob sie damit einverstanden sind.

In Lamu gibt es zwei Zentren, Lamu Town und Shela Lamu. In Lamu Town, welches das Größere ist, halten sich meistens die Geschäftsleute auf. Dort gibt es zahlreiche Geschäfte, Hotels und alles, was man zum Leben braucht - nur keinen Strand. Diesen bietet zusätzlich das Zentrum Shela Lamu; hier ist es dementsprechend teurer.

Wer nicht nur am Strand liegen möchte, kann sich einen lokalen Reiseleiter buchen und so die Insel erkunden. So fördert man die Tourismuswirtschaft und sichert den Menschen ihren Lebensunterhalt. Allerdings sollte man darauf achten, nur die Reiseleiter zu wählen, die von der Regierung authorisiert sind und ein einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis vorweisen können. Schwarze Schafe gibt es leider überall.


Es lohnt auf jeden Fall auch Lamu Town einen Besuch abzustatten, denn die Altstadt von Lamu besticht durch die bunten Einflüsse aus Europa, Arabien, Persien und Indien und den Traditionen der Bantu. Die weiß getünchten, Steinhäuser in den engen Straßen sind im arabischen Stil gehalten und stammen teilweise noch aus der Zeit vor 1830. Sie wurden aus Korallenstöcken und Mangrovenholz gefertigt und beeindrucken heute noch durch ihre pittoresken Innenhöfe, Veranden und prachtvoll geschnitzten Haustüren. Das Flanieren durch die vielen Gassen ist extrem spannend.


22.03.06