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Lanzarote ein Naturwunder - Insel aus Feuer und Stein |
Wenn man Lanzarote mit dem Flugzeug anfliegt, sieht man schon die schwarzen Lavafelder und Krater und die kahlen, grauen Bergketten, als wenn ein gewaltiger Sturm über die Insel gefegt wäre und eine Mondlandschaft unwirkliche Formen und Farben hinterlassen hätte. Nicht nur vom Aussehen unterscheidet sich Lanzarote, das schon in der frühchristlichen Zeit aufgrund des guten Klimas als "glückliche Insel" bezeichnet wurde, von den anderen Kanarischen Inseln.
Die viertgrößte Insel der Inselgemeinschaft vor der Westküste Afrikas hat eine mehrere Millionen alte Geschichte. Entstanden durch große Mengen Magma beim Auseinanderdriften der Kontinentalplatten, wurde die Insel ständig durch Vulkanausbrüche mit Lava und Asche bedeckt, zuletzt bei einem 6 Jahre anhaltenden Ausbruch im Jahre 1730, der über 20% des Eilands verschüttete. Doch die neue Gestalt Lanzarotes mit seinem fruchtbaren Boden brachte den Einwohnern erfolgreiche Ernten im Agrar- und Weinanbau. Gemüse und Getreide, z.B. Tomaten, Mais und Zwiebeln, sowie Tabak werden bis heute angebaut, wenn auch nur noch für den Eigenbedarf, da die Landwirtschaft ökonomisch immer mehr an Bedeutung verliert. Mit der Erfindung des "enarenado", ein "mit Sand bestreutes" Feld, konnten die Bauern eine Art Trockenanbau anlegen. Mit Hilfe der porösen murmelgroßen Vulkansteinchen, die als Auswurfprodukt der Eruptionen auf der Insel reichlich vorhanden sind und die den Passatwinden nachts ihre Feuchtigkeit entziehen, konnten die Pflanzenwurzeln tagsüber überleben. Fast die Hälfte der Landschaft steht mittlerweile unter Naturschutz. 1993 wurde Lanzarote als erste Insel der Erde vollständig von der UNESCO zum Biosphärenreservat erklärt.
Trotz der geringen Größe von 60 km x 20 km gibt es auf Lanzarote sichtbare Unterschiede, wenn man die Landschaft anschaut. Im Westen findet man endlose Schlacke- und Aschefelder - der Süden ist eher trocken und dünn besiedelt, aber aufgrund der Traumstrände von El Papagayo bei Urlaubern sehr beliebt. In der Mitte der Insel wird verstärkt Weinanbau um La Geria betrieben und an der Ostküste findet man um Puerto del Carmen und Costa Teguise einige Touristenhochburgen. Die unspektakuläre Hauptstadt ist Arrecife. Schließlich überrascht der Norden um die Stadt Haria mit bunten und üppigen Agrargebieten. Zu Lanzarote gehören auch die drei Eilande La Graciosa, Montaña Clara und Alegranza im Norden der Insel.
Die Haupteinnahmequelle heute ist jedoch unangefochten der Tourismus. Mehrere Ferienzentren sind entlang der Südostküste herangewachsen. Tranportwege wurden durch die Lavafelder geteert, Meerwasserentsalzungsanlagen als Ersatz für die leer geschöpften Brunnen angelegt und Windkraftanlagen für den hohen Energiebedarf gebaut. Dennoch gelang es den Behörden von Lanzarote, ähnliche Bausünden wie die Hotel Ghettos auf Teneriffa oder Gran Canaria zu vermeiden. Häuser mit mehr als vier Stockwerken sind verboten. Ein Name steht unverwechselbar mit dem Erhalt der Natur in Verbindung: Der Maler, Bildhauer und Architekt César Manrique sorgte u. A. dafür, dass die alten Dörfer heute den Besucher wieder in klassischen Farben anstrahlen: die Fassaden in weiß, die Türen und Fenster in grün. Über 1,5 Millionen Gäste verbringen jedes Jahr ihren Urlaub auf Lanzarote. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass mittlerweile 85.000 Lanzaroteños vom Tourismus leben, der seit den 60er Jahren den bisherigen Beruf des Fischers allmählich ablöst. Im Durchschnitt betragen die Tageshöchsttemperaturen zwischen milden 20 Grad im Dezember und warmen 29 Grad im August und das Meer lockt mit 17 bis 22 Grad zu ganzjährigem Badespaß.
Doch 365 Tage im Jahr Strand, Spaß und Rummel täuschen nicht darüber hinweg, dass Lanzarote mehr als alle anderen Kanarischen Inseln eigentlich ein Platz der Ruhe und Stille ist. Speziell die normale Landbevölkerung lässt den Tag und die Menschen gerne an sich vorüberziehen, so z.B. die alten Männer, die täglich auf dem Hauptplatz des Dorfes sitzen und in aller Gemütlichkeit den Abend ausklingen lassen. Wer sich dennoch einmal zu ihnen gesellt und den spanischen Worten lauscht, kann den intensiven Kontakt der Lanzaroteños untereinander beobachten, vor allem zwischen den Generationen: der lockere Umgang ist selbstverständlich, der Respekt zwischen Jung und Alt noch vorhanden. Das Lanzarote von einst lebt immer noch und jedem Besucher steht es frei, mit offenen Augen und Ohren zu suchen, innezuhalten und die wunderbare Insel mit ihrem ganzen Zauber zu genießen. |
21.04.08 |
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