|
Teneriffa - eine wilde Vulkaninsel mit mildem Atlantikklima |
Teneriffa ist mit 2.034 km² die größte der kanarischen Inseln und recht vielseitig. Hier kann man nicht nur einen Badeurlaub verbringen, sondern auch Wanderungen in den schönen Kieferwäldern unternehmen und seltene Pflanzen entdecken, Wale vor der Küste beobachten, abends Party machen oder in den großen Shoppingcentern einkaufen gehen.
Beim Anflug auf Teneriffa ist das Wahrzeichen der Insel kaum zu übersehen. Bei gutem Wetter erblickt man aus dem Flugzeug den Vulkan, der für die Beschaffenheit Teneriffas verantwortlich ist: den Pico del Teide. Der mit 3.718 m höchste Berg Spaniens hat das Leben der Insulaner jahrhunderte lang beeinflusst und Seefahrer magisch angezogen. Respektvoll begegnet man dem Pico del Teide, der mit zahlreichen Ausbrüchen Leben vernichtete, aber auch fruchtbares Land entstehen ließ. Die vermeintlich ersten Bewohner der Insel, die Guanchen, versteckten sich damals bei Ausbrüchen, denn diese sahen sie als Zorn der Gottheit Guayote. Während Kolumbus das Rauchen und Speihen für ein böses Omen hielt, konnte Alexander von Humboldt diesem Naturschauspiel eher Bewunderung entgegenbringen.
Bei der Inselrundfahrt fällt einem erstmal die verdorrte und raue Landschaft im Süden auf, wo einst aus den Bergen Bäche sprudelten und Pinien- und Lorbeerwälder standen. Schuld daran waren die Spanier, die bei ihren Eroberungszügen auch die Kanarischen Inseln in Beschlag nahmen. Mit der Abholzung des Waldes geriet das ökologische Gleichgewicht Teneriffas kräftig ins Wanken. Der Raubbau an der Natur hat tiefe Spuren hinterlassen, da wertvolle Anbauflächen und Lebenserhaltungsräume vernichtet wurden.
Doch wo Pflanzen zerstört wurden, konnten neue Arten heranwachsen. Weiß blühender Ginster, gelb leuchtender Geißklee oder die violetten Dolden des Natternkopfes stehen nun in der Landschaft - ebenso Mandel- und Eukalyptusbäume sowie Kakteen. Ein Hauch Karibik kommt bei dem Anblick der kanarischen Palmen auf, die mit ihrem dicken Stamm und ihrer großen Krone überall zu sehen sind. Obwohl Süß- bzw. Trinkwasser auf Teneriffa ein Luxusgut ist, werden die Obstbäume, die Weinreben und die Blumenbepflanzung in den Ferienanlagen der Tiefebene ausgiebig bewässert. Im Gegensatz zum Hochland. Dort regnet es aufgrund des Passatwindes, dessen Wolken sich in den Regionen zwischen 700 und 1.800 m zusammenstauen, schon häufiger, weshalb das Plateau auch "Grüne Lunge Teneriffas" genannt wird.
Für den Durchschnittstouristen ist die Flora und Fauna allerdings nicht der Grund für einen Urlaub auf der Insel, die nur ca. 300 km vom afrikanischen Kontinent entfernt liegt. 12 Monate im Jahr herrscht hier mildes Klima mit angenehmen 20 - 30 Grad Celsius. Auch hierfür verantwortlich: der warme Passatwind und der frische Kanarenstrom. Einziger Makel eines perfekten Wetters ist ein von der Sahara kommender Wüstenwind. Der "Calima" ist staubig und heiß und bedeckt die gesamten Inseln mehrmals im Jahr mit einer unangenehmen Sandschicht.
Das touristische Angebot rund um die Ferienorte wie Playa de las Américas oder Los Cristianos ist reichhaltig. Auf ehemals ödem Land stehen heutzutage Hotels und Apartments, die eine in sich geschlossene Gemeinschaft bilden. Auch auf Teneriffa spezialisieren sich einzelne Regionen auf bestimmte Nationalitäten. So reisen schon seit dem 19. Jahrhundert englische Urlauber in den Kurort Puerto de la Cruz im Norden der Insel.
Der Pauschaltourismus ist auf Teneriffa nicht wegzudenken, doch leider bewegen sich nicht allzu viele Touristen aus ihren Anlagen heraus um das Landesinnere zu erkunden. Das ist allerdings sehr zu empfehlen, denn auf dem Land begegnet man den Einheimischen, die in einfachen Verhältnissen leben, Bauern mit Filzhüten, die gerade den Esel bepacken oder Frauen, die mit antiquarischem Werkzeug auf dem Feld arbeiten. Die nostalgischen Eindrücke sind einen Ausflug allemal wert.
Die meisten Einheimischen jedoch leben heute in der hektischen Inselhauptstadt Santa Cruz de Tenerife. Wer mit dem Tourismus nichts zu tun hat, geht hier seinem normalen Beruf nach. Businessmänner in Anzügen und gut gekleidete Damen reihen sich in den betriebsamen Verkehr der Stadt ein. Ein richtiger "tinerfeño" nimmt sich wie fast jeder Spanier seine Siesta zwischen 13.00 und 17.00 Uhr. In der Nachmittagshitze wird geruht, die Bars und Cafeterias sind in dieser Zeit total überfüllt. Danach werden die Geschäfte wieder geöffnet und Jung und Alt halten sich bis spät in die Nacht auf den Straßen auf. Eine andere Art und Weise das Leben zu genießen, sind die traditionellen Feste mit den landestypischen Trachten. Im Sommer gibt es keinen Monat, an dem nicht ein Schutzheiliger oder Patron mit einer Fiesta geehrt wird. Als Tourist kann man auf solchen Festen eine ganze Menge für sich selbst mitnehmen, sei es die Lebensfreude, die unglaubliche Offenheit oder das Zusammengehörigkeitsgefühl untereinander. Auf nach Teneriffa. |
22.05.08 |
|