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Fuerteventura steht für klares Wasser, weite Strände und idyllische Fischerdörfer |
Obwohl die beliebte, aber karge Sonnen-Insel der Kanaren größtenteils eine urwüchsige Steppe mit viel Geröll ist, fliegen jedes Jahr Millionen Touristen aus Europa nach Fuerteventura. Schließlich ist man nicht zum Arbeiten dort, sondern zum Sonnen am Strand - und davon hat die zweitgrößte Insel des Archipels hinter Teneriffa mehr als genug. Breite, weiße Sandstrände reihen sich am blaugrünen Meer des Atlantiks und die meiste Zeit im Jahr strahlt dazu ein stahlblauer Himmel.
Eine Oase in der Wüste der Zivilisation. So beschrieb es einst der Dichter Miguel de Unamumo und er hatte Recht. Im Vergleich zu der üppigen Vegetation von Las Palmas oder zu den belebten Städten auf Gran Canaria kommt Fuerteventura mit seiner wüstenähnlichen Beschaffenheit und seiner geringen Einwohnerdichte von nur 23 Menschen pro km2 fast wie ein Kleinod vor.
Dies schreckt die wasser- und surfhungrigen Urlauber aber in keiner Weise ab. Im Gegenteil: Erst, wenn die Stärke des Windes zulegt und so manch ein sonnenhungriger Tourist seine sieben Sachen packt, tummelt sich ein buntes Surferpublikum im Wasser. Und noch andere Wassersportler wie Segler oder Hochseeangler genießen diese Wetterlage. Weitere Qualitäten Fuerteventuras sind unter der Meeresoberfläche zu finden. Hier suchen Taucher nach den besten Unterseerevieren und die Zahl und die Vielfalt der Fische spiegelt sich abends auf der Speisekarte im Restaurant wider. Wer Glück (oder Unglück) hat, der kann sogar verschiedene Haiarten treffen. In der Meerenge El Rio zwischen Fuerteventura und Lobos gibt es das interessanteste Tauchrevier der Kanarischen Inseln, da dort Lavaströme eine bizarre Unterwasserwelt geformt haben, in der hunderte verschiedene Fische zu finden sind.
Eine Zahl überschaubarer, auch wenn häßlicher Hotels und Ferienanlagen, die als künstliche Oasen mit begrünten Parks entweder terrassenförmig am Hang oder in der Masse als Ferienbungalows am Strand gebaut wurden, kümmern sich um die Unterkunft und das Wohl der Urlauber. Kleine Souvenir-Shops, Restaurants, Bars, Diskotheken runden das Angebot ab und außer der bekannten Hotelanimation am Pool oder in der Disco gibt es für die Unterhaltung nicht viel zu bieten. Dieses zusammengewürfelte und kleine Programm kann den einen oder anderen Gast sogar zufriedenstellen, der einfach nur die Ruhe ohne Reizüberflutung genießen möchte. Wer dennoch einmal die Hotelanlage verlassen möchte, der mietet sich am Besten einen Roller und fährt ins Inselinnere. Zwar gibt es keine antiken Ausgrabungsstätten oder interessante Museen, aber eine Rundfahrt über die einsamen Inselstrassen zu verborgenen Schluchten oder idyllischen Fischerdörfern ist eine willkommene Abwechslung zu dem sonst bevorzugten Strandbaden. Dort findet man noch pittoreske Fischerorte oder kleine schnuckelige Bergdörfer, in denen Senioren in einem schattigen Plätzchen ihre Siesta halten. Wenn die Sonne in aller Ruhe weiterwandert und dem Hibiskus die nötigen Strahlen beschert, dann scheint es so, als ob die Zeit stehen geblieben wäre.
Man kann sich aber auch in die weißen und weiten Wanderdünen von Corralejo setzen und dem Wind lauschen, der die Sandkörner durch die Gegend bläst oder einen der traumhaften Sonnenuntergänge genießen. Bei der Fahrt durch Fuerteventura entdeckt der Reisende in der Landschaft rundlich zu Kuppen geschliffene Vulkankegel oder wilde Klippen mit engen Einschnitten. Baden im Meer ist natürlich jederzeit eine willkommene Abkühlung an den heißen Tagen. Zu empfehlen ist der helle, feinsandige Strand auf der Halbinsel Jandia. Doch Vorsicht: Nicht jede Bucht auf der Insel ist für gefahrloses Plantschen für Kinder geeignet. Brandung und Wogen sind verschieden und können bei Unachtsamkeit tödliche Folgen haben.
Bei Interesse für das ländlich-bäuerliche Leben der Insulaner bietet sich der Besuch des Heimatmuseums Casa Museo de Betancuria an. Dort wird zum Beispiel erklärt, wie die Einheimischen früher Wasser gewonnen, aufbereitet und bewirtschaftet haben. Die Methode wird heute teilweise noch angewendet. Auch die Geschichte, wie sich die Insel überhaupt von einer eher lebensfeindlichen Umgebung zu einer relativ fruchtbaren Landschaft entwickelt hat, klingt spannend. Bildungsreisende können in dem Ort, in dem es auch das Museo Arto Sacro zu besichtigen gibt, Zeugnisse aus dem frühen 15. Jahrhundert einsehen. Einstiger Sitz des Militärs ist übrigens die Casa de los Coroneles am Ortsrand in La Oliva, ein Herrensitz im typisch spanischen Kolonialstil aus dem 17. Jahrhundert mit prächtigen Holzbalkonen und seitlich mit Zinnen verzierten Türmen. Mitte der 90er Jahre kaufte die kanarische Regierung das leerstehende und denkmalgeschützte Anwesen, welches seitdem zum Kulturzentrum mit historischem und kulturgeschichtlichem Archiv ausgebaut wird.
Bei einem Besuch auf Fuerteventura sollte man unbedingt an einem der typischen Fiestas der Insulaner teilnehmen, an denen eine Woche lang Tag und Nacht mit viel leckerem Kulinarischen (z.B. Paella mit frischen Meeresfrüchten oder frisch gefangenen Fisch) und heimischen Klängen gefeiert wird. Höhepunkt dieser Fiestas ist immer eine farbenprächtige Prozession auf dem Meer, die von geschmückten Fischerbooten dargeboten wird. Das müssen Sie unbedingt miterleben! |
3.05.08 |
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