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Westmännerinseln und Heimaey - Vulkanausbruch 1973 und Schwertwal Keiko

Einleitung

Überfahrt auf die Westmännerinseln südlich des Festlandes von Island
Die Westmännerinseln (isländisch Vestmannaeyjar) liegen vor dem Inselstaat Island und sind eine Inselgruppe vulkanischen Ursprungs. Die 15 Inseln (Heimaey, Surtsey, Elliðaey, Bjarnarey, Álsey, Suðurey, Brandur, Hellisey, Súlnasker, Geldungur, Geirfuglasker, Hani, Hæna, Hrauney, Grasleysa) sind zusammen ca. 1.000 qkm groß. Die vielen Felsen und Schären sind unwirtlich, zerklüftet, von steilen Klippen umgeben und werden von Millionen von Meeresvögeln besiedelt. Die Inseln liegen ca. 8 km vor der Südküste Islands.

Weiterführende Links
Den Namen  sollen die Eilande übrigens von den ersten irischen Sklaven - den „Männer aus dem Westen“ - erhalten haben. Hjörleifur, der Halbbruder des ersten Siedlers Ingólfur, ließ sich mit seiner Familie und seinen irischen Sklaven südlich des Mýrdalsjökull an der Küste nieder, dem heutigen Hjörleifshöfði. Offenkundig war das Verhältnis zwischen Herr und Sklaven sehr getrübt, denn diese erschlugen Hjörleifur und flohen auf die Westmännerinseln. Um seinen Halbbruder zu rächen, verfolgte Ingólfur die Flüchtigen und tötete sie auf Heimaey. Seitdem ist die Inselgruppe nach den irischen Sklaven den „Westmännern“ benannt.

Das Innere der Stabkirche Skansinn auf der Insel Heimaey
Auf der größten und einzigen bewohnten Westmännerinsel Heimaey (13,4 qkm) finden sich eine Reihe interessanter Sehenswürdigkeiten, so z.B. die historische Stätte Skansinn mit einer nach altem norwegischen Vorbild originalgetreu nachgebauten Stabkirche. Dort befindet sich auch eines der ältesten Häuser der Insel: Landlyst von 1847. Desweiteren lohnt ein Besuch der Volcanic Film Show im Theatersaal des Veranstaltungshauses Félagsheimili. Der Dokumentarfilm „Days of Destruction“ ist die beste Möglichkeit, sich ein Bild vom Vulkanausbruch von 1973 zu machen. Er wurde während des Ausbruchs gedreht und macht eindrucksvoll das Ausmaß der damaligen Katastrophe sichtbar.

Blick vom Krater Eldfell auf die unbewohnten Nachbarinseln
Auch für Wanderfreunde ist die Insel ein absolutes Eldorado, sei es die Wanderung zu dem 1973 entstandenen Krater Eldfell (221 m) oder den benachbarten Helgafell (226 m) einem 5000 Jahre alten Berg. Von beiden Vulkanen genießt man herrliche Ausblicke über die gesamte Insel und auf die Küste von Island mit den Gletschern Eyjafjallajökull und Mýrdalsjökull. Lohnend ist auch ein Spaziergang entlang der Südküste bis zur Südspitze Stórhöfði. Hier befindet sich ein Leuchtturm mit einer meteorologischen Station - übrigens wurde hier auch mit 61 m/sec die höchste Windstärke Islands gemessen. Von hier aus hat man einen herrlichen Blick auf die westlich gelegenen Inseln des Archipels.

Südspitze der Insel Heimaey namens Stórhöfdi
Überreste des Vulkanausbruchs von 1973 auf der Insel Heimaey
Die Westmännerinseln wurden durch zwei Ereignisse weltbekannt: durch den Vulkanausbruch von 1973 auf der einzig bewohneten Insel Heimaey, der diese beinahe total zerstörte und 1998 durch den berühmten Schwertwal „Keiko“, den Protagonisten des Films „Free Willy“. Das Experiment, den Wal vor der Küste der Westmännerinseln an die Freiheit zu gewöhnen, mißlang jedoch. Der Wal starb 2003 an einer Lungeninfektion.

6.02.08