Ipicture Startseite Reiseberichte Island Islands Westfjorde - imposante Landschaften, schroffe Bergrücken, Strände und Einsamkeit
Islands Westfjorde - imposante Landschaften, schroffe Bergrücken, Strände und Einsamkeit

Einleitung

 Blick auf den WestfjordeWie ein Fächer ragt die Halbinsel der Westfjorde ins Meer, sie befindet sich im Nordwesten von Island. Nur durch eine Felsenbrücke von 10 km Breite ist sie mit dem Rest des Landes verbunden. Etwa siebzig Fjorde und Buchten reihen sich aneinander, entweder sanft oder spitz, kurz oder über viele Kilometer in die stark zerklüftete Küste der Westfjorde. So erklärt es sich, daß die Westfjorde mit ca. 2100 km Länge etwa ein Drittel der Küstenlänge von Island ausmachen, obwohl die Halbinsel nur ein Zwölftel der Landesfläche einnimmt.
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Mitternachtssonne an den WestfjordenDer besondere Reiz der Westfjorde (isländisch: Vestfirðir) liegt in der Einsamkeit und den Gegensätzlichkeiten. Üppig grüne Weiden aber auch weiße Sandstrände, senkrecht abfallende Klippen, schroffe Bergrücken und breite Täler zwischen steilen Tafelbergen. Vor allem auf Wanderungen bekommt man einen sehr guten Eindruck davon, wie überaus üppig die Natur in Island ist. Hier, wo die Bauern ihre Höfe verlassen haben, und die Häuser entweder langsam verfallen oder als Sommerhäuser genutzt werden, erobert sich die Natur ihr Territorium zurück. Viele Jahre war diese Region in Island ein echter Geheimtipp für besonders konditionsstarke Wanderer oder leicht verschrobene Reisende. Mittlerweile zählt das Gebiet der Westfjorde zu den besonders beliebten Reisezielen, besonders bei den Isländern. Besondere Sehenswürdigkeiten sind u. A. der Vogelfelsen Látrabjarg, die Buchten Breidavík (isländisch: Breiðavik) und Látravik, der einsame Ort Djúpavík und der Ziergarten Skrúdur (isländisch: Skrúður).

Mitternachtssonne an den WestfjordenLátrabjarg - die westlichste Spitze Europas - könnte kaum einsamer und spektakulärer sein, denn dort befindet sich der größte Vogelfelsen im Nordatlantik. Er erstreckt sich über 14 km und hat eine maximale Höhe von 440 m. Schätzungsweise eine Million Seevögel brüten auf den Felsvorsprüngen und veranstalten ein gewaltiges Spektakel. Die Buchten Breidavík und Látravik zählen mit ihren menschenleeren, breiten und hellen Sandstränden vor einer gewaltigen Bergkulisse zu den schönsten in Island. Allerdings ist hier das Wasser so kalt, daß das Baden absolut unmöglich ist. Der Ort Djúpavík ist ein ehemaliger Fischerort und war früher das Zentrum des Heringsfangs und der Fischverarbeitung. Als die Heringe verschwanden, ging es mit dem Küstenort bergab. Heute ist er beinahe unbewohnt, und auf den ersten Blick kann man sich nicht vorstellen, daß in diesem Ort mit den bunten Häusern und der großen verwitterten Fischfabrik nur zwei Menschen leben. Der Ziergarten Skrúdur wurde vor 100 Jahren von dem Pfarrer und Lehrer Sigtryggur Guðlaugsson angelegt, um seinen Traum vom eigenen Blumen- und Gemüsegarten zu verwirklichen und gleichzeitig den Schülern der von ihm gegründeten Schule in Núpur die Chance zu geben, etwas über Gartenbau und Pflanzenkunde zu lernen. Der Garten entwickelte sich zu einem üppigen Blüten- und Pflanzenmeer und ist auch heuzutage einen Besuch wert.

15.02.08