 Grüne Hügel und tief eingeschnittene und langgezogene Fjorde, imposante Gebirgslandschaften, aber auch weite, fruchtbare Ebenen, dazwischen eingestreut wie Farbkleckse kleine Gehöfte und Dörfer, so stellt sich der Nordwesten von Island dar - die historischen und kulturellen Stätten mit der Stadt Akureyri nicht zu vergessen. Diese wunderschöne Region mit seinen drei großen Halbinseln gehört zu den abwechslungsreichsten Regionen des Landes außerhalb der aktiven Vulkanzone.
Akureyri auch "Hauptstadt des Nordens" genannt, liegt auf der größten Halbinsel, namens Tröllaskagi, am Ufer des weit ins Land hineinreichenden Fjords Eyjafjörður und des Flusses Glerá. Und auch wenn das Städtchen mit seinen ca. 17000 Einwohnern nur knapp 50 km vom Polarkreis entfernt ist, versprüht es ein fast südliches Flair, bedingt durch das ungewöhnlich milde, regenarme Klima und die für isländische Verhältnisse exotische Vegetation. Ein Stadtrundgang lohnt auf alle Fälle, sehenswerte Ziele sind insbesondere das Heimatmuseum und das Kunstmuseum sowie die Eiskathedrale. Sollte man der Besichtigungen überdrüssig werden, empfiehlt es sich dem Botanischen Garten einen Besuch abzustatten, um dort in der grünen Oase neue Energie zu tanken. Verlässt man Akureyri in südlicher Richtung fährt man durch das Tal Eyjafjarðará und erlebt eine saftig-fruchtbare Landschaft und geschichtsträchtige Bauten z. B. die Torfkirche Saurbaer. Die Kirche gehört zu den sechs noch existierenden Torfkirchen Islands. Weitere Highlights der Halbinsel Tröllaskagi sind der Ort Dalvík und der Bischofssitz Hólar. Dalvík liegt in einer kleinen, ruhigen Bucht und wird von majestätisch aufragenden, schneebedeckten Bergen eingerahmt. Der Hafen ist sehr pittoresk, die Trawler und bunten Fischerboote tragen eine Menge dazu bei. Vom Hafen aus werden auch Walbeobachtungsfahrten angeboten, ein Ausflug, den man sich unbedingt gönnen sollte. Der einstige Bischofssitz Hólar liegt in unmittelbarer Nähe des Berges Hólabyrda (isländisch: Hólabyrða). Im Gegensatz zu Skálholt im Süden von Island, pulsiert in Hólar das ganze Jahr über das Leben. Im Sommer lockt es Tausende von Besuchern an und in den restlichen Jahreszeiten wird dort Pferdezucht und Reitsport betrieben. Absolut sehenswert ist in Hólar die kleine Domkirche. Die im spätgotischen Stil errichtete Kirche besticht durch den roten Sandstein des Berges Hólabyrda, aus dem sie erbaut wurde. Sie ist die älteste Steinkirche in Island, erbaut 1757 - 1763. Nördlich von der Halbinsel Tröllaskagi gelegen, genau genommen auf dem nördlichen Polarkreis befindet sich die Insel Grímsey. Die knapp 100 Einwohner der nördlichsten Siedlung von Island teilen sich die Insel mit 200 Schafen und Myriaden von Seevögeln. Die Insulaner leben in erster Linie vom Fischfang und der Fischverarbeitung und seit neuesten auch von Touristen, die nur wegen der echten "Mitternachtssonne" in Scharen herbeiströmen. |