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Französisch-Guayana - Iles du Salut - Salvation Islands - Hölle und Paradies |
Die drei Inseln des Heils (französisch: Iles du Salut und englisch: Salvation Islands) früher als Teufelsinseln bekannt, waren einst ein berüchtigtes Sträflingslager. Zwischenzeitlich hat sich die einstige Hölle jedoch zum friedvollen Paradies unter Palmen verwandelt.
Auf dem 15 Kilometer vor der Küste von Französisch-Guayana gelegenen vulkanischen Archipel wurden fast ein Jahrhundert lang Gefangene gehalten, bis die Strafkolonien nach dem 2. Weltkrieg abgeschafft wurden. Die Ile Royale war der Mittelpunkt der Strafkolonie. Die berühmtesten Gefangenen waren der zu Unrecht verurteilte Alfred Dreyfuss und Henri Charrière (Spitzname Papillon), der als einziger von der Insel fliehen konnte und später einen Bestseller über das Gefangenenleben schrieb. Die Iles du Salut bekamen ihren Namen, als eine im 17. Jahrhundert auf dem Festland ausgebrochene Gelbfieberepidemie die Siedler hier Schutz suchen ließ. Heute genießen die Inseln wieder einen sehr guten Ruf; sie beherbergen erholungssuchende französische Legionäre wie auch Angestellte des Raumfahrtzentrums Kourou vom Festland, die sich an Meeresbrise und Picknickpätzen am Strand auf Ile Royale und Ile Saint-Joseph erfreuen. Die Ile du Diable hingegen liegt verlassen da, die ungünstigen Gezeiten verhindern die Touristenströme. Das wachsende Interesse an den Iles du Salut übrigens erklärt sich durch den expandierenden Tourismus entlang der Küste von Französisch-Guayana. Diese ehemalige französische Kolonie ist jetzt ein Überseedepartment Frankreichs und umfasst ein Stück Festland und Felsinseln an der Atlantikküste Südamerikas zwischen Brasilien und Surinam. Wenn man die Touristenschwärme meiden möchte, ist man hier genau richtig. Mit nur etwa 200.000 Einwohnern auf 90.000 qkm ist Französisch-Guayana eines der am dünnsten bevölkerten Länder der Welt. Die flache Küstengegend ist von Mangroven und Sümpfen gesäumt; das Landesinnere ist größtenteils unerforschter Dschungel. Die meisten Einwohner, eine Mischung von Franzosen, Kreolen, Schwarzen und Asiaten, wohnen an der Küste oder in der Nähe der Hauptstadt Cayenne und in Kourou und Saint-Laurent. Wenn man sich ein wenig für Geschichte interessiert verspricht ein Ausflug zu den Iles du Salut einen tiefen Einblick in die berüchtigten französischen Strafkolonien vergangener Jahre. Die Barkassenfahrt von Kourou zu den Inseln des Heils dauert ungefähr eine Stunde. Ile Royale Die Insel Ile Royale ist mit 25 Hektar die größte und die westlichste des Archipels und die einzige noch bewohnte. Mit einer Höhe von 66 Metern ist sie auch die höchste der Iles du Salut. Sie hat einen Pier und eine Hafenmauer, die von Sträflingen gebaut wurde; hier spielten sich früher die Hauptaktivitäten des Lagers ab. Ile Royale war Hauptquartier des Gefängnisgouverneurs und wurde als Administrationszentrum der Strafgefangenenlager genutzt. Unter hohen Kokospalmen stehen heute noch die Behausungen des Gefängnispersonals, das Hospital, die mit Wandmalereien eines Gefangenen geschmückte Kapelle, der Kinderfriedhof und der Leuchtturm zur Besichtigung. Die frühere Kantine des Wachpersonals ist heute ein Hotel. Die anderen Gebäude sind fast vollständig vom Dschungel überwuchert. Ein Weg, der vor Allem im Norden einen guten Ausblick auf die Teufelsinsel gewährt, führt rund um die Insel Ile Royale. Die Haie verhindern das Baden im Meer, aber es gibt ein von den Sträflingen für die Bediensteten gebautes Meeresschwimmbad. Die Empfangsstation, mit dem Raumfahrtzentrum auf dem Festland verbunden, passt in ihrer modernen Erscheinung nicht so recht zur übrigen Insel. Ile Saint-Joseph Die Ile Saint-Joseph ist die hübscheste der drei Inseln. Hier schmachteten die Schwerverbrecher in Isolationshaft. Die 150 Einzelzellen, in denen unmenschliche Bedingungen herrschten, sind im Laufe der Zeit durch Bäume und Lianen regelrecht gesprengt worden. Über die felsige Küste sind die Jahre hinweggegangen und haben die Spuren der grausamen Zeit fast vollkommen hinweggefegt. Nun wird Ile Saint-Joseph wegen seiner Schönheit gerne als Picknickplatz genutzt. Ile du Diable Die kleinste und am schwersten zugängliche der drei Inseln trägt den einstigen Namen des Archipels, der in Heilsinseln geändert wurde, nachdem die Überlebenden der Kourou-Expedition hierher geflüchtet waren. Die Teufelsinsel, der Verbannungsort von politischen Gefangenen und einigen gefährlichen Kriminellen, war lediglich durch ein Versorgungsseil mit der Ile Royale verbunden. Heute sieht die felsige und palmenumsäumte Insel eher friedlich aus - nur eine Reihe verfallener gelber Hütten, in denen die Gefangenen lebten, die ihre eigenen Hühner züchteten und Gemüse anbauten - erinnert noch an die Vergangenheit. Der Fußpfad rings um die weniger als ein Kilometer lange Insel herum ist mittlerweile zugewachsen. Der jüdische Artilleriehauptmann Alfred Dreyfuss, verbrachte hier einige Jahre seines Lebens in einer Zelle, von der nur noch ein paar Mauerteile bestehen blieben; Henri Charrieère (Spitzname Papillon) plante an diesem Ort seinen neunten - endlich von Erfolg gekrönten - Ausbruch, nach seiner Schilderung auf einem Pferd, in Wirklichkeit auf einen Floß aus Kokosnussschalen. Diese Romanverfilmung gleichen namens Papillon wurde auch hier im Jahre 1973 mit den Hauptdarstellern Steve McQueen und Dustin Hoffmann abgedreht. Auf diese Insel spielt wohl auch die folgende Redensart an: "Er soll hingehen, wo der Pfeffer wächst". Heutzutage befindet sich auf der Teufelsinsel eine Radar- und Funkstation zur Überwachung der Raketenstarts vom Weltraumbahnhof Centre Spatial Guyanais der ESA in Kourou.
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27.05.10 |
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