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Die Provence - eine Landschaft voller Extreme mit einer wechselvollen Geschichte |
Wenn man an die Provence denkt, fallen einem zwangsläufig violett leuchtende Lavendelbüsche, Weinreben an grünen Hängen, graue Felsen oder alte Dörfer ein. Orte wie Avignon, Aix-en-Provence oder Orange stehen wie keine Anderen für das Charakteristische der südlichen französischen Region. Die Luft riecht von Frühjahr bis Herbst nach verschiedenen Kräutern, je nachdem, wie der Wind gerade weht: Lavendel, Rosmarin, Thymian.
Die Provence, die sich am Mittelmeer zwischen dem Rhônetal und Italien bzw. hinter den Rhône-Alpes in den Norden erstreckt, war schon immer ein stilles Fleckchen Erde. Keine lauten Diskotheken, keine lebendigen Plätze, keine überfüllten Kneipen zu später Stunde. Die Einwohner feiern eher Volksfeste oder zeigen ihr südliches Temperament im bunten Markttreiben. Die Menschen in den Bergen sind gar noch verschlossener. Der Grund dafür ist in der Geschichte zu suchen, als die Provence für viele Völker ein Durchzugsgebiet war bzw. Eroberer die nahe Küste als Besiedlungsraum nutzten. Wenn wieder Auseinandersetzungen wegen Besitztümern oder wegen des Glaubens geführt wurden, mußten die Hirten und die Bauern mit ihren Familien in versteckten Höhlen oder in unzugängliche Festungen fliehen. Nicht nur die Römer, die der Landschaft ihren Namen (Provincia Gallia Narbonensis) gaben, auch Griechen, Germanen und Araber hinterließen in mehrere tausend Jahren ihre Spuren.
Die bezaubernde und blühende Landschaft, wie sie der Besucher heute kennt, ist dafür vielfältig und gegensätzlich geblieben. Schroffe Felsklippen mit grünem Kiefer zeigen sich zwischen Marseille und Cassis, spektakuläre Schluchten in der Ardèche, ein weites Sumpfland mit schwarzen Stieren in der Camargue oder Flamingos an den Salzwasserseen. Die idyllischen Flüsse Rhône und Durance schlängeln sich durch die Hochebene aus Heide, grünen Eichen und Distelsträuchern sowie durch fruchtbare Täler. Keine Frage: die provenzalische Natur kennt kein Mittelmaß, sondern zeigt sich immer extrem.
Mandelbäume und Mimosen tragen ihre Blüten bereits im Februar. Die beste Reisezeit sind die Monate Mai, Juni sowie September und Oktober. Im Hochsommer herrscht eher eine trockene Hitze bei durchschnittlichen 27 Grad, kann aber bei einem kalten Nordwind innerhalb eines Tages auch einmal um 10 Grad absinken. Danach strahlt der Himmel allerdings wieder blau und die Luft ist angenehmer als zuvor.
Die genaue Abgrenzung der Provence wird unterschiedlich interpretiert. Offiziell gehören hierzu die drei zentralen Départements Vaucluse, Alpes-de-Haute-Provence und Bouches-du-Rhône, werden aber gerne von den Gemeinden selbstständig erweitert. Zeugnisse jahrtausend alter Geschichte wie Kathedralen, Überreste mittelalterlicher Burgen, Klöster oder römische Theater sind um Nîmes, in Vaison-la-Romaine oder auch in Arles zu finden. So viel Kultur aus verschiedenen Epochen auf so engem Raum ist selten in Europa zu finden.
Empfohlene Sehenswürdigkeiten:
- Altstadt von Avignon
- Amphitheater und Triumphbogen in Orange
- Calanques
- Cassis
- Châteauneuf-de-Mazenc
- Cours Mirabeau
- Grignan
- Kirchen
- Les Baux-de-Provence
- Montagne Sainte-Victoire
- Palais des Papes (Papstpalast)
- Römische Aquädukt Pont du Gard
- Römische und romanische Denkmale in Arles
- Sénanque
| Beliebte Urlaubsorte:
- Aix-en-Provence
- Arles
- Avignon
- Le Lavandou
- Mandelieu
- Marseille
- Orange
- Sainte-Maxime
- Saintes-Maries-de-la-Mer
- Saint-Raphaël
- Théoule-sur-Mer
| Landschaften:
- Alpilles
- Camargue
- Luberon mit dem Gipfel des Mourre Nègre
- Mont Ventoux
- Verdonschlucht
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Auch bedeutende Maler der Zeitgeschichte verbrachten längere Zeit in der malerischen Provence, um sich von der Natur und der Landschaft mit ihrem einmaligen Licht inspirieren zu lassen, so z.B. Pablo Picasso, Vincent van Gogh oder Auguste Renoir. Diese Anziehungskraft und dieser Zauber der Provence ist es, der noch heute viele Reisende in die Region zieht, um die Farbe, das Licht und die Schönheit auf sich wirken zu lassen. Ein besonderer Höhepunkt der Provence Reise ist sicherlich ein Besuch eines der Sommer-Festspiele in den antiken Theatern oder Palästen, die über Frankreichs Grenzen hinweg bekannt sind. |
13.05.08 |
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