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Der Schwarzwald – eine sagenumwobene Landschaft zwischen Brauchtum und Trend |
Der Schwarzwald ist Deutschlands berühmtestes und am häufigsten besuchtes Mittelgebirge aus Granit und Buntsandstein. Auf etwa 160 km Länge und 20-60 km Breite sind ca. 60 Prozent bewaldet, davon größtenteils mit Fichte. Dabei wird er in Richtung Rheinebene von malerischen Tälern und wilden Flüssen unterbrochen, im Norden sind eher anmutige Hügelkämme zu finden. Entstanden ist der Schwarzwald in der Tertiär-Zeit und wurde in der Eiszeit regelrecht gerundet.
Seinen Namen erhielt der Schwarzwald fälschlicherweise nicht aufgrund seiner Bewaldung, besonders finster oder dunkel zu sein, sondern von den Römern. Diese waren es, die nach ihrem Vormarsch Richtung Germanien ein neues Gebirge mit einem eher farbenfrohen Laubmischwald mit Buchen, Eichen und Kastanien durchquerten. Da im Schwarzwald keine Besiedlung stattfand, wurde entsprechend in römischen Karten ein schwarzer Punkt für unbekanntes bzw. unbewohntes Land eingezeichnet. Hieraus entstand der Name Schwarzwald. Einzige Hinterlassenschaften der Römer sind vereinzelte Thermalquellen und der Weinanbau.
Ein Urlaub im Schwarzwald lohnt neben der schönen Landschaft vor allem wegen der guten Luft und der hervorragenden einheimischen Küche. So bemüht sich der Fremdenverkehr stetig, den Beliebtheitsgrad der Region bei den Deutschen weiter zu erhöhen. Schließlich bieten sich dem Besucher mit attraktiven Sport- und Gesundheitsstätten, Ferien- und Erlebnisparks (u.A. der Europapark in Rust) und interessanten Kulturveranstaltungen vielseitige Erholungsmöglichkeiten.
Neben dem Angebot an guten Hotels und privaten Pensionen geht der Trend auch in Richtung Urlaub auf dem Bauernhof. Neben dem Einblick in das allgemeine bäuerliche Leben erfährt der Tourist beim „Ökourlaub“ mehr über naturnahe Produktion von Lebensmitteln, über die Nutzung regenerativer Energie oder den Bio-Anbau. Mediterrane Märkte in den Städten zeigen zudem die ganzen Innovationen eines im 21. Jahrhunderts funktionierenden Landwirtschaftsbetriebes: Thema Biogas, Windräder, eigenständige kleine Wasserkraftwerke, Sonnenenergie etc. Aus dem heilklimatischen Kurwesen ist die Wellness- und Beautybewegung entstanden, die hauptsächlich im Nordschwarzwald zu finden ist. Dort ist die Luft nachweislich noch klarer und das Wasser noch mineralischer als anderorts. Im Zuge dieser Entwicklung wächst auch die Zahl attraktiv angelegter Golfplätze. Moderne Sportarten wie Drachenfliegen, Mountainbiking oder Klettern werden ebenfalls ausgeübt. Nicht zu vergessen sind sportliche Großereignisse wie das Skispringen und andere Festivals. Große Sprungschanzen stehen in Hinterzarten, Titisee-Neustadt, Baiersbronn, Schonach und Schönwald.
Wer sich durch den Schwarzwald bewegt, wird automatisch mit der Besiedlungs- und Kulturgeschichte konfrontiert. Zeugnisse aus dem Mittelalter sind z.B. weltberühmte Klöster der zahlreichen Mönchsorden oder die großen Schwarzwaldhöfe mit ihren heruntergezogenen Walmdächern. Eine ebenso bekannte Überlieferung ist die bis heute bewahrte Handwerkskunst. Am bekanntesten, und auch heute noch von Bedeutung, sind die Uhrmacher, die Glasbläser, die Geigenbauer, die Köhler und die Flößer. Wer kennt nicht die Kuckucksuhr oder das klappernde Mühlrad, die lange Zeit ein beliebtes Postkartenmotiv bzw. Andenken waren. Selbstverständlich darf bei der Aufzählung das überlieferte Brauchtum mit dem typischen Bollenhut für die Damen nicht fehlen.
Die von alten Narrenzünften organisierte „alemannische Fasnet“ ist im Schwarzwald mit seinen ausgelassenen Bräuchen und teilweise schaurigen und skurrilen Darbietungen eine Form des fröhlichen Ausnahmezustandes. Wenn Sie bei einem Besuch dennoch den Eindruck von einem eigenbrötlerischen Volk haben, dann trügt der Schein. Hinter der Fassade verbirgt sich ein neugieriger und freundlicher Menschenschlag, der mit Lebenslust und Stolz Tradition und Herkunft feiert. Nicht nur deshalb ist der Schwarzwald eine Reise wert. |
26.04.08 |
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