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Hamburg - Hansestadt zwischen alter Tradition und moderner Architektur
 Fassade des Hamburger RathausesHamburg die zweitgrößte Metropole Deutschlands wartet nicht unbedingt mit Superlativen auf, jedoch sollte man es auf keinen Fall versäumen, ihr einen  Besuch abzustatten. Wer die Hansestadt besucht, wird zwangsläufig mit einer Mischung aus Patriotismus und Fernweh kontfrontiert. Der Umschlaghafen, der direkt gegenüber der Altstadt liegt, ist von der Größe hinter Rotterdam die Nummer zwei in Europa. Es ist auch dieses Lebensgefühl der großen freien Welt, die Sehnsucht und natürlich die Menschen, die alles andere als kühl sind.


Mit über 2480 Überführungen kann Hamburg mehr Brücken aufweisen als Venedig, auch wenn man sie offenkundig nicht sieht. Bis zur Nordsee sind es gute 100 km. Bei einem Spaziergang an der Hafenrandpromenade wird man bestimmt eines der großen Frachtcontainerschiffe sehen, die die Elbe hochfahren und deren Dimensionen begeistern.


Blick vom Michel auf den Hamburger HafenDer Hafen umfaßt ca. 7.400 Hektar und ist zur Zeit an der machbaren Kapazitätsgrenze. In den letzten Jahrzehnten wurde ständig ausgebaggert, zugeschüttet und planiert - neue Piers mit noch moderneren Kränen gebaut. Doch immer größere, tiefere und längere Schiffe befahren die Meere und können den schon 12 m unter der Wasseroberfläche gebauten Elbtunnel nicht mehr überfahren.

In Hamburg kann man sich auf die Wettervorhersage nicht richtig verlassen. Das liegt daran, daß die Hochs und Tiefs je nach Stärke des Nordwestwindes regelrecht Achterbahn fahren. Manchmal harren die Wolken mehrere Tage über der Stadt aus und variieren ihr Regenspiel mal mit Graupel, mit Sprüh- oder mit Nieselregen. Es kann aber auch sein, daß kurz nach einem Wolkenbruch wieder blauer Himmel herrscht. Daran haben sich die zähen Hanseaten längst gewöhnt, die ihr Schmuddelwetter sehr gut kennen und es schon immer verstanden haben, das Beste aus ihren Möglichkeiten zu machen, auch wenn man ihnen eine gewisse Sturheit nachsagt. So ist Hamburg z.B. in ihrer Geschichte noch nie ernsthaft in eine kriegerische Auseinandersetzung verwickelt gewesen.

Dafür mußte die Stadt zweimal wieder aufgebaut werden. Einmal zerstörte ein großes Feuer im Jahre 1842 fast die gesamte Innenstadt, das andere Mal zerbombten die Alliierten 1943 die Hälfte der Häuser und beinahe den kompletten Hafen. Vielleicht ist das auch der Grund, warum ein eingefleischter Hamburger bzw. ein Seemann nur sehr ungern von der Vergangenheit spricht. Man schaut lieber nach vorn! Apropos Seemann: die Geschichten um den Freigang, wenn die Schiffe früher be- und entladen wurden, sind wahr. In St. Pauli auf der Reeperbahn vergnügte man sich in den Kneipen und mit einem "Mädchen", bevor es wieder auf die nächste Schiffsreise ging. Der Name der ca. 1 km langen Reeperbahn, auch Kiez genannt, kommt von den Seilern und Taumachern, die für die Herstellung von Schiffstauen eine lange Gerade benötigten. Heute ist der Kiez eine gernbesuchte Vergnügungsmeile mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten. Auf der Hauptstraße und in ihren Nebenstraßen, darunter der berühmten "Große Freiheit" sowie der Bordellstraße "Herbertstraße", siedelten sich neben Nachtclubs, Diskotheken, Tabledance-Bars auch Theater, Freizeitclubs und Souvenierläden an. Heute sieht man hier kaum  Seeleute eher junge Männer auf Sauf- bzw. Junggesellentour und neugierige Touristen. Einer der zahlreichen Persönlichkeiten Hamburgs ist Hans Albers, Schauspieler und Sänger, der mit Stumm- und Seemannsfilmen sowie Liedern wie "La Paloma" oder "Auf der Reeperbahn nachts um halb eins" zu einer Legende wurde.

Hamburg läßt sich nicht in wenigen Tagen intensiv erkunden. Hamburg ist lebens- und sehenswert, ein kleines Gesamtkunstwerk, das sich mit alter Tradition und moderner Architektur zeigt. Auf der größten städtischen Baustelle Europas entsteht hinter der Speicherstadt eine imposante Blick auf Europas größte Baustelle an der Hamburger HafencityHafencity mit Wohn- und Bürokomplexen, einem Wissenschaftsbereich inkl. Aquarium, eine über 10 km lange Flaniermeile sowie ein futuristisches Stein-/Glasgebäude, welches nach Fertigstellung als Musikhalle für die Elbphilharmonie dient. Auf dem 155 Hektar großen Stadtteil entstehen 40.000 neue Arbeitsplätze, Wohnungen für über 12.000 Menschen und wahrscheinlich das Prestigeobjekt Hamburgs.

Ein Bummel durch die Großbaustelle ist genauso Pflicht wie der Besuch anderer Sehenswürdigkeiten: das Rathaus, der Fischmarkt Sonntagmorgens um 5 Uhr, die Michaeliskirche oder auch kurz "Michel" genannt, die Binnenalster mit dem Jungfernstieg, die Landungsbrücken mit Blick auf das Museumsschiff "Cap San Diego" oder dem Dreimaster. Die Stadt ist gut zu Fuß zu erlaufen - alle wichtigen Highlights sind relativ eng beisammen. Eine Hochbahn erleichtert den Transfer bei größeren Entfernungen. Neben 12 Hochschulen und 5 Universitäten sind in Hamburg renomierten Bühnen zu Hause: die Staatsoper, das Schauspielhaus und das Thalia-Theater. Über 50 Museen wie z.B. das Haus der Künste und zahlreiche Ausstellungen lassen dem Besucher die Qual der Wahl. Sportinteressierte können zwischen einem Spiel des Hamburger SV oder des Traditionsvereins St. Pauli entscheiden. Das Tennisturnier am Rothenbaum oder die Rennen auf der Pferderennbahn in Hamburg-Horn ergänzen das umfangreiche Veranstaltungsprogramm.

 

Hamburg Highlights

Empfohlene Sehenswürdigkeiten:
  • Chilehaus & Sprinkenhof
  • Michaeliskirche
  • Rathaus/Rathausmarkt
  • Hafenbalkon, Landungsbrücken und Fischereihafen
  • Speicherstadt
  • Hagenbecks Tierpark
  • Ohlsdorfer Friedhof
  • Blankenese
  • Jungfernstieg
  • Hamburger Kunsthalle
  • Museum für Kunst und Gewerbe
  • Fischmarkt
  • Schmidt's Tivoli
  • Thalia-Theater
Beliebte Stadtbezirke:
  • Altona
  • Bahrenfeld
  • Bergedorf
  • Billbrook
  • Billstedt
  • Blankenese
  • Eimsbüttel
  • Fuhlsbüttel
  • Glinde
  • Hamm
  • Hammerbrook
  • Harburg
  • Harvestehude
  • Hohenfelde

  • Nord
  • Norderelbe
  • Rothenbaum
  • Rothenburgort
  • Schnelsen
  • St. Georg
  • St.Pauli
  • Stellingen
  • Veddel
  • Wandsbek
  • Zentrum - Neustadt
  • Zentrum-Altstadt

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Trotz allem sind die Hamburger bescheiden - man zeigt nicht gerne, was man hat. Auch nicht die Millionäre, die rund um die Alster oder an der Elbchaussee in stattlichen Villen und Herrenhäusern leben. Wem es in Hamburg gefällt und sich niederlassen möchte, ist herzlich willkommen, solange er Geld mitbringt. Was sich scherzhaft anhört, war früher Wirklichkeit. Alle "Quiddjes", wie man die Zugereisten nannte, mußten an der Stadtgrenze ihr Barvermögen zeigen, wofür sie eine Quittung (Quiddje) erhielten. Wenn man sich in die Gesellschaft eingegliedert hat, ist es egal, welche Muttersprache mit spricht, welche sexuelle Ausrichtung man hat oder ob man Alleinerziehend ist. Hamburg ist bekannt für seine Toleranz - ob als Single oder in einer homosexuellen Beziehung lebend. Dazu passt das norddeutsche Sprichwort: "An der Alster, an der Elbe, an der Bill, kann ein jeder machen, was er will."

Wie beschrieben, bietet Hamburg wenig Superlativen und trotzdem ist sie so spannend und unterschiedlich wie keine Zweite. Vielleicht packt auch Sie mal das Fernweh, wenn Sie im Hafen das Tuten der Schiffe hören und die Möwen über Ihren Kopf fliegen. Und wenn nicht, bleibt vielleicht die Melodie eines der Musicals in Erinnerung, welches Sie gerade besucht haben.


18.06.08