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Der Bayerische Wald - eine Urlaubsregion mit vielen Gesichtern |
Knapp 18 Millionen Besucher wollen jedes Jahr die vielseitige Landschaft des Bayerischen Waldes erleben, seine zahlreichen manchmal unberührten Wälder und Täler durchstreifen oder das reizvolle Hochmoor kennen lernen. Mit rund 245 km² ist dieses Mittelgebirge in Ostbayern zusammen mit dem angrenzenden Böhmerwald (Šumava) das größte Waldgebiet in Europa. Die beiden Nationalparks warten mit einem Netzwerk an gut ausgebauten Naturwegen auf, auf dem der Wanderer beinahe grenzenlose Freiheit genießen kann. Allein auf deutschem Boden stehen über 200 km Wanderwege zur Verfügung.
Die höchsten Berge des Bayerischen Waldes sind der Große Arber mit 1.456 m und der Große Rachel mit 1.453 m, welche 1970 zu Deutschlands erstem Nationalpark erklärt wurden. Bei der Besteigung dieser oder einer der anderen zahlreichen bis zu 200 Millionen Jahre alten Gipfel über 1.000 Meter zwischen dem Dreisessel und der Further Senke wird jedem Naturfreund schnell klar, warum der Bayerische Wald so beliebt ist. Der Blick von einer Anhöhe auf den von der nach einem Hitzegewitter orange scheinenden Abendsonne ausgeleuchteten Waldteppich bleibt unvergessen. Auch der Herbst ist äußerst farbenprächtig und bringt meistens viele milde Tage mit sich. Im Nordosten des Bayerischen Waldes erstreckt sich z.B. eine geologisch interessante Quarzstein-Formation, auch "Pfahl" genannt, auf 150 km Länge. An manchen Stellen ist die "Teufelsmauer", wie die Einheimischen das Quarzriff auch nennen, bis zu 300 m breit. Dort steht auch die Burgruine Weißenstein, die auf knapp 750 m über dem Meeresspiegel seinen höchsten Punkt erreicht.
Es verwundet nicht, dass der Tourismus im Bayerischen Wald einen hohen Stellenwert besitzt. Neben Wandern in der Natur gibt es auch mehrere Skigebiete, die nicht nur im Winter gut besucht sind. In einer weißen Glitzerpracht präsentieren sich tief verschneite Wälder und Felder mit modernen Skipisten und Loipengebieten und ermöglichen ein pures Wintervergnügen. Im ganzen Naturpark hat sich die Branche selbstverständlich auch auf die Wellness- und Sportangebote eingestellt. Zahlreiche Kirchen und Kulturtempel in allen Teilen der Region sowie über 2.000 Jahre alte Bischofsstädte wie Passau oder Regensburg ziehen zudem kulturinteressierte Besucher an. Die Einziehung kirchlicher Besitztümer in staatliche Hände, auch bekannt unter der im Mittelalter durchgeführten Säkularisation, hat im Bayerwald fast gar nicht stattgefunden. Dafür ist der Bayerische Wald für seine traditionsreichen Kunsthandwerksstätten bekannt - sei es der Instrumentalbau, das Bauernbrotbacken oder die Glasherstellung. Bei einem Abstecher in eines der traditionellen Wirtshäuser kann man das typisch deftige bayerische Essen wie z.B. Eisbein oder Schweinebraten mit Knödel probieren.
Die Einheimischen, die sich selber als "Waidler" bezeichnen, lernt der Gast als fromme und hilfsbereite Menschen kennen, die eher zupacken als reden. Auch wenn sie Fremde zuerst beobachten und manchmal auch stur sein können, ist der Kontakt herzlich, wenn man sich erst einmal kennen gelernt hat. Dann ist es auch egal, wenn es sprachliche Barrieren durch verschiedene Dialekte gibt. Respekt verdienen die Waidler allemal, da sie über viele Generationen ihre Heimat und ihre Landschaft zu dem geprägt haben, wie sie sich heute darstellt, z.B. bei den jährlich stattfindenden Brauchtumsveranstaltungen.
Doch auch neuzeitliche Umweltprobleme- bzw. Fragen wie Borkenkäferplage, die nahe gelegenen Atomkraftwerke oder der Ausbau der Donau beschäftigten nicht nur die Naturschützer. Die Zukunft wird zeigen, wie der Mensch mit dem Erhalt der Natur und der Tierlandschaft umgeht und diese geschützt werden kann. Schließlich will der Urlauber auch in 25 Jahren noch im Frühling den Schnee in den Hochlagen sehen, wenn in den milden Tälern schon die Obstbäume blühen. Am Besten, man sammelt dieses Jahr noch seine eigenen Eindrücke vom Bayerischen Wald, der eigentlich immer eine Reise wert ist. |
1.05.08 |
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