Alle Angaben ohne Gewähr Stand: November 2007 (wenn nichts anderes genannt)
Wirtschaft
Ägypten
In Ägypten spielt die Landwirtschaft neben dem Tourismus eine große Rolle. Der Anbau des Hauptrohstoffes Baumwolle wird allerdings immer schwieriger, da die Bewässerung vom Pegel des Nils abhängig ist, der in den letzten Jahren immer mehr gesunken ist. Zudem hält der Assuan-Staudamm den wichtigen Nilschlamm zurück und zwingt die Bauern zum Einsatz von Kunstdünger. Die Reformierung der aus dem kommunistischen Vorbild kommenden Planwirtschaft in eine offene Marktwirtschaft ist ein Ziel der Regierung unter Präsident Mubarak. Das zweite wirtschaftliche Standbein in Ägypten, der Tourismus, ging aufgrund terroristischer Anschläge in den 90er-Jahren zuerst zurück, erholt sich aber wieder in den letzten Jahren. Der Suezkanal garantiert dem Staat wichtige Deviseneinnahmen bei der Durchfahrt von Fracht- und Kreuzfahrtschiffen vom Roten Meer ins Mittelmeer.
An Mangel an wesentlichen Wirtschaftsreformen seit der Mitte 90er Jahre sind auch ausländische Investitionen in Ägypten zurückgegangen -jedoch lag das jährliche Wachstum des Bruttoinlandproduktes in den Jahren 2001-2003 zwischen 2% -3% im Jahr. Erst 2004 führte Ägypten mehrere Maßnahmen durch, um ausländische Investoren in das Land zu holen. Unter anderem setzte die Regierung einige Verbraucherreformen durch (eine Einkommens- und Steuerreform), reduzierte die Energiesubventionen und trieb die Privatisierungen einzelner Unternehmen voran. Das Haushaltsdefizit erreichte daraufhin geschätzte 8% des BIP im Vergleich zu 6,1% des Vorjahres. Ein monetärer Druck auf ein überbewertetes ägyptisches Pfund veranlaßte die Regierung im Januar 2003 zu einer Abwertung. Die Entwicklung des Exportmarktes für Erdgas ist dagegen positiv, aber es sind weitere Anstrenungen nötig, um Ägyptens beharrliche Arbeitslosigkeit zu reduzieren.